Kopenhagen Behörde stellt Identität des mutmaßlichen Attentäters fest

Die Polizei hat den mutmaßlichen Attentäter von Kopenhagen identifiziert. Er soll aus der dänischen Hauptstadt kommen und war den Behörden bekannt.


Kopenhagen - Die dänische Polizei hat die Identität des mutmaßlichen Attentäters von Kopenhagen festgestellt. Das gab der Chef der dänischen Sicherheitsbehörde PET, Jens Madsen, auf einer Pressekonferenz bekannt. Demnach soll der Mann aus Kopenhagen stammen und den Sicherheitsdiensten bekannt gewesen sein. Mehr wollten die Behörden aber nicht preisgeben.

Bei zwei Anschlägen in Kopenhagen auf ein Kulturcafé und eine Synagoge waren am Samstag und Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen, mehrere Polizisten wurden verletzt. Die Behörden hatten am Sonntagmorgen bekannt gegeben, dass der mutmaßliche Attentäter für beide Angriffe verantwortlich gewesen sein soll. Er war nach einem Schusswechsel gegen 5 Uhr von der Polizei getötet worden. (Hier finden Sie weitere Fakten zu den Attentaten.)

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Mutmaßlicher Doppel-Anschlag: Kopenhagen unter Schock
Der Sicherheitsdienst PET erklärte zudem, es gebe noch keine Klarheit über das Motiv des Täters. Allerdings sehe es so aus als sei die Tat von den den Terroranschlägen in Paris auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" inspiriert gewesen.

Merkel sichert dänischer Regierung enge Zusammenarbeit zu

Die Behörden betonten, dass weiterhin nichts darauf hindeute, dass der Mann einen Komplizen gehabt habe. PET-Chef Madsen sagte, es gebe auch keine Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Täter sich als Dschihadist in Syrien oder im Irak aufgehalten habe.

Die Anschläge hatten Entsetzen ausgelöst, Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sprach von einem "unendlich traurigen Morgen" und einer "zynischen Terroraktion". Dan Rosenberg Asmussen, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Kopenhagen, sagte: "Ich bin schockiert. Alle sind schockiert. Das ist das, was wir immer befürchtet haben."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der dänischen Regierung eine enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus zu. In einem Telefonat mit der dänischen Ministerpräsidentin habe Merkel betont, dass Deutschland "fest an der Seite Dänemarks" stehe, teilte Vizeregierungssprecher Georg Streiter in Berlin mit.

Die Kanzlerin habe ihrer Kollegin "einen weiterhin engen Kontakt bei Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus" zugesagt. Bei den Angriffen habe es sich um "menschenverachtende Anschläge" gehandelt, heißt es weiter in Streiters Erklärung.

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bka/dpa

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