Koranschändungen Rotes Kreuz stützt "Newsweek"-Bericht

Unter massivem Druck der USA musste das US-Magazin "Newsweek" einen Bericht über Koranschändungen im Militärgefängnis Guantanamo zurückziehen. Vom Internationalen Roten Kreuz erhalten die Journalisten jetzt Unterstützung für ihre Berichterstattung.


Genf - Ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) sagte heute, es habe die US-Behörden darüber unterrichtet, dass amerikanische Militärangehörige den Koran verunglimpft hätten. Entsprechende Vorfälle hätten sich in den Jahren 2002 und 2003 ereignet, seien aber inzwischen abgestellt worden, sagte IKRK-Sprecher Simon Schorno.

Der "Newsweek"-Bericht über Schändungen des Korans durch US-Soldaten hatte zu antiamerikanischen Protesten in der arabischen Welt geführt, in Afghanistan kamen dabei 15 Menschen ums Leben. Zunächst entschuldigte sich "Newsweek" für den Artikel, zog ihn dann unter massivem Druck der US-Regierung zurück.

Nach Angaben von Chefredakteur Mark Whitaker war sich der Informant, auf den sich das Magazin berufen hatte, seiner Sache nicht mehr sicher.



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