Gipfeltreffen Nord- und Südkorea planen atomare Abrüstung

"Nord- und Südkorea sind Brüder": Koreas Staatschefs Kim Jong Un und Moon Jae In haben sich für eine "vollständige nukleare Abrüstung" ausgesprochen. Auch sollen getrennte Familien wieder zusammengebracht werden.

Kim Jong Un (links) und Moon Jae In
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Kim Jong Un (links) und Moon Jae In


Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seinen Willen zu einem kompletten Abbau seines Atomprogramms bekräftigt. Das geht aus der gemeinsamen Erklärung hervor, die Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In bei ihrem ersten Gipfel am Grenzort Panmunjom unterschrieben. Nach Veröffentlichung umarmten sich die Staatslenker. "Es gibt kein Zurück mehr", sagte Moon. Moon sprach von einer "neuen Ära des Friedens". Süd- und Nordkorea bestätigten in der Erklärung, ihr gemeinsames Ziel sei die Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel durch "die vollständige nukleare Abrüstung". Beide Länder wollen alle Feindseligkeiten, die Quelle militärischer Spannungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft seien, gegen die andere Seite einstellen.

"Nord- und Südkorea sind Brüder"

Beide Seiten einigten sich auch auf die Wiederaufnahme gemeinsamer humanitärer Projekte wie die Treffen von durch den Krieg auseinandergerissenen Familien. Kim erklärte: "Nord- und Südkorea sind Brüder, die nicht getrennt voneinander leben sollten."

Vom 1. Mai an sollen alle feindseligen Handlungen, einschließlich der Lautsprecherdurchsagen an der Grenze und der Verbreitung von Flugblättern in der Demilitarisierten Zone (DMZ) eingestellt werden. "Die DMZ wird in Zukunft praktisch zu einer Friedenszone werden."

Beide Seiten gaben an, regelmäßig militärische Gespräche über Entspannungsmaßnahmen führen zu wollen. Diese sollen auf der Ebene der Verteidigungsminister und der Generäle geführt werden.

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Süd- und Nordkorea wollten aktiv zusammenarbeiten, um ein dauerhaftes Friedenssystem aufzubauen, heißt es. Die Einrichtung eines Friedenssystems sei eine historische Aufgabe, die nicht mehr aufgeschoben werden könne. "Wir erklären, dass kein Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel ausbrechen werde."

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Treffen von Kim und Moon: Ein Schritt nach vorn

Als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hatte Kim für den Gipfel die Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten.

Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae In trafen sich zu ihrem Gipfeltreffen in der entmilitarisierten Zone und reichten sich an der Demarkationslinie die Hand - dann überschritt Kim die Grenze zu Südkorea. Es handelte sich um das erste koreanische Gipfeltreffen seit 2007 und das dritte überhaupt.

Nordkorea hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Raketentests vorgenommen, viele davon in den frühen Morgenstunden, sowie einen sechsten Atomwaffentest. Kim bekräftigte am Freitag eine frühere Zusage, dass es keine Tests mehr geben werde.

mho/dpa/Reuters



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w.diverso 27.04.2018
1. Was Kim damit meint,
sollte aber auch klar sein. Das würde nämlich beinhalten, dass auch die USA ihre ganzen Atomwaffen aus Südkorea abziehen müssten. Mit dem Blick auf Russland China, was die USA aber nie zugeben wird, wäre das Amerika sicher gar nicht recht.
singlebunch 27.04.2018
2. Super...
...ich weiß, wer diesen (vermeintlichen) Erfolg für sich proklamieren wird. Er ist orangefarben und spielt gern Golf.
xyunbekannt0001 27.04.2018
3. warum ...
... hat der, ich glaube in einem schweizer internat geschulte machthaber, solange benötigt, um zu erkennen das man mit der zivilisierten welt reden kann? wenn er dieses direkt nach der machtübernahme vollzogen hätte und sich dabei natürlich ausreichend ggü den alten genossen geschützt hätte, wäre der eintrag ins geschichtsbuch noch wesentlich umfangreicher und größer gewesen. kann natürlich auch sein, dass er sich erst der alten hartliner entledigen musste. hoffen wir das es so weitergeht, ein unruheherd weniger auf der erde und vlt. gelingt es den koreanern, was das deutsche volk geschafft hat.
pragmat 27.04.2018
4. Schön
Es ist schön zu hören, dass der Raketen-Mann auf seine Produktionausrüstungen für das Teufelszeug verzichten will. Erstens kostet das nur Geld und zweitens hat man nichts davon außer Ärger. Mit seinen Verwandten aus dem reichen Süden kann er ganz andere Sachen machen. Ja, welcher Geschäftsmann hat da wohl an einer Schraube gedreht?
marialeidenberg 27.04.2018
5. Unglaublich und wunderbar, wenn es denn wahr würde.
Alle, aber wirklich alles kommt jetzt auf Trump und die USA an. Wenn Trump'sche Kraftmeierei jetzt den verheerenden Eindruck vermittelt, nur seine Drohungen haben Nordkorea zum Einlenken gebracht, kann alles wieder verspielt werden. Selbst wenn es so wäre muss man 'dem Dicken' das Gesicht lassen. Glaubt jemand, dass Trump so viel Einsicht zeigen wird?
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