Korea-Konflikt Nord- und Südkorea vereinbaren Termin für Gipfeltreffen

Der Termin für das erste Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In steht fest: Der Gipfel soll am 27. April stattfinden.

Leiter der Delegationen: Cho Myoung-Gyon (rechts) und Ri Son-Gwon
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Leiter der Delegationen: Cho Myoung-Gyon (rechts) und Ri Son-Gwon


Ranghohe Vertreter aus Nord- und Südkorea haben im Grenzdorf Panmunjom mit der Planung des Gipfeltreffens begonnen. Zu Beginn der Vorgespräche einigten sich die Delegationen auf einen Termin: Der Gipfel solle am 27. April stattfinden, teilten Regierungsvertreter aus Seoul mit.

Zu Beginn des Treffens im sogenannten Vereinigungs-Pavillon lobten die Leiter der Delegationen die diplomatischen Erfolge der vergangenen Monate. Der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon, kündigte zu Beginn des Treffens "gute Gespräche" mit dem Norden über ein "erfolgreiches" Gipfeltreffen an.

Der Leiter der nordkoreanischen Delegation, Ri Son Gwon, sagte, bei den Gesprächen solle das Gipfeltreffen vorbereitet werden. Bislang hatten offizielle Vertreter Nordkoreas oder die Staatsmedien des abgeschotteten Landes die Pläne noch nicht öffentlich bestätigt.

Es wäre das erste Mal, dass sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In persönlich treffen. Moon will den Gipfel nutzen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern und über den Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms zu sprechen. Die "Denuklearisierung" sei das wichtigste Thema, das auch bei den Vorbereitungen im Vordergrund stehe, sagte Südkoreas Vereinigungsminister und Delegationsleiter Cho Myoung Gyon vor Journalisten.

Die beiden koreanischen Staaten hatten sich in den vergangenen Monaten angenähert. Anlass waren die Olympischen Winterspiele im Februar im südkoreanischen Pyeongchang, die Nordkorea für eine Charmeoffensive nutzte. Zur Eröffnungsfeier schickte Machthaber Kim seine Schwester Kim Yo Jong, die eine Einladung an den südkoreanischen Staatschef Moon für ein Gipfeltreffen überbrachte. Bis Ende Mai soll dann auch ein Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump stattfinden.

Anfang der Woche hatte sich Kim bereits mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking getroffen. Wie die Staatsmedien beider Länder berichteten, bekannte er sich dabei unter bestimmten Voraussetzungen zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel. (Lesen Sie hier einen Kommentar zu Kims China-Reise.)

Es waren Kims erste Auslandsreise und sein erstes Treffen mit Xi, seit er im Jahr 2011 die Macht in Nordkorea übernommen hat. Am Donnerstag soll Chinas Staatsrat für außenpolitische Fragen, Yang Jiechi, Südkoreas Präsident Moon über die Gespräche mit Kim informieren.

brk/dpa/AFP

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volkerrachow 29.03.2018
1. Reiselustig
So isser, der Kim Jong Un. Einmal erkannt, dass Reisen mit dem Zug Spaß macht, schon ist die nächste Reise gebongt. Wenn der erst mal das Flugzeug entdeckt, ist er gar nicht mehr zu halten. Schlimmer als damals Papst JHd2. Naja, so spielt er wenigstens nicht an den Atomen.
hwdtrier 29.03.2018
2. Punkt für
Trump. Und wieder zeigt sich dass man gegenüber Diktatoren hart sein muss
s.l.bln 29.03.2018
3. Schon interessant...
wie Trump öffentlich Härte propagiert und Bedingungen für Treffen stellt, während man ihn in Korea und China komplett ignoriert und sich einfach trifft. Wer weiß, ob er zu den weiteren Treffen überhaupt noch eingeladen wird. Was man so hört, wollen die Russen nun auch dringend mit Kim ins Gespräch kommen, genau wie die Japaner. Das Atomwaffenprogramm könnte sich am Ende schneller auszahlen als erwartet und wenn das grade von den USA neu sanktionierte Rußland entscheidet, die Sanktionen gegen Nordkorea zu ignorieren, gibt es nicht viel, was die USA dagegen tun kann.Holen sie China noch ins Boot, ist Trumps Asienstrategie komplett ins Leere gelaufen, zumal die Chinesen grade keinen Grund haben , ihm zuzuarbeiten. Im Moment haben die Amerikaner so viele neue Fronten geschaffen, daß man gar nicht mehr mit dem Zählen nachkommt.(China, Nordkorea, Iran, Syrien, Rußland, die EU...). So richtig clever wirkt das alles nicht.
erzengel1987 29.03.2018
4. Ok
Es sieht so aus, als hätte sich Kim doch noch als Führer behauptet. Damit kann die gesamte Drohkulisse als Machterhaltungsprogramm angesehen werden. Trump hat Kims Macht unfreiwillig gefestigt, da dieser hirnlos auf die Provokation von Nordkorea reingefallen ist Anfangs sah es nach einer Selbstmordhandlung aus, nun glaube ich, dass es eine sehr intelligente Strategie von Kim war. Kim sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, dieser Mann weiß scheinbar genau was er tut. Im nächsten Schritt dürfte er mit allen Mitteln versuchen die Sanktionen gegen sein Land zu lockern oder schwarze Kanäle aufzubauen, die seinem Volk etwas mehr Wohlstand gewährleistet. Im Grunde könnte Nordkorea mit seinem Atomprogramm, welches es schon sehr lange entwickelt durchaus als Sieger hervorgehen. Nuklear abrüsten wird Nord Korea jedenfalls nicht. Dieses Ass worrauf dieses Land Jahrzehnte hingearbeitet hat, wird es sich nicht mehr nehmen lassen. Im übrigen sollten die USA wirklich aufpassen und sich nochmal irgendwann auf eine glaubwürdige Außenpolitik einlassen, die nicht mehr mit Drohungen Kriegen und Mordanschlägen aufbaut sondern mal mit fairen Angeboten. Aber die Außenpolitik der USA ist ein anderes Thema. Abwarten, Nordkorea dürfte für uns Europäer jedenfalls niemals zu einer Gefahr werden. Ein Krieg mit Südkorea halte ich zwar weiterhin für möglich aber ich glaube nicht dass Nord oder Südkorea es wirklich nochmal soweit kommen lassen. Ob eine Wiedervereinigung der Länder irgendwann gelingt... vlt wenn sich die USA zurückziehen, so wie Russland damals von Mitteldeutschland. Hier noch einen großen Dank an Gorbatschow die Alliierten und die Regierung der BRD. Es wäre natürlich schön wenn Korea irgendwann als eine geschlossene Demokratie herausgeht, aber das bleiben wirklich träumereien^^.
nahal 29.03.2018
5.
Zitat von s.l.blnwie Trump öffentlich Härte propagiert und Bedingungen für Treffen stellt, während man ihn in Korea und China komplett ignoriert und sich einfach trifft. Wer weiß, ob er zu den weiteren Treffen überhaupt noch eingeladen wird. Was man so hört, wollen die Russen nun auch dringend mit Kim ins Gespräch kommen, genau wie die Japaner. Das Atomwaffenprogramm könnte sich am Ende schneller auszahlen als erwartet und wenn das grade von den USA neu sanktionierte Rußland entscheidet, die Sanktionen gegen Nordkorea zu ignorieren, gibt es nicht viel, was die USA dagegen tun kann.Holen sie China noch ins Boot, ist Trumps Asienstrategie komplett ins Leere gelaufen, zumal die Chinesen grade keinen Grund haben , ihm zuzuarbeiten. Im Moment haben die Amerikaner so viele neue Fronten geschaffen, daß man gar nicht mehr mit dem Zählen nachkommt.(China, Nordkorea, Iran, Syrien, Rußland, die EU...). So richtig clever wirkt das alles nicht.
Sie wissen nicht, was Sie schreiben: " North Korea’s leader Kim Jong Un pledged his commitment to denuclearization and to meet U.S. officials, China said on Wednesday after his meeting with President Xi Jinping," https://www.reuters.com/article/us-northkorea-missiles-china/china-says-north-koreas-kim-pledged-commitment-to-denuclearization-idUSKBN1H305W
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