Koreanische Halbinsel Nordkorea warnt vor Krieg mit dem Süden

Im Konflikt mit Südkorea besteht aus Sicht Nordkoreas unmittelbare Kriegsgefahr: Ein hochrangiger nordkoreanischer Diplomat warnte davor, weitere Sanktionen gegen die Diktatur durchzusetzen - die Söhne und Töchter des Landes stünden in Uniform bereit.

DPA

Genf - Ein Vertreter Nordkoreas hat auf einer Uno-Konferenz in Genf vor einem Krieg auf der koreanischen Halbinsel gewarnt. "Die gegenwärtige Lage auf der koreanischen Halbinsel ist so schwerwiegend, dass ein Krieg jederzeit ausbrechen könnte", sagte Ri Jang Gon, stellvertretender Botschafter des Landes bei den Vereinten Nationen, auf einer Uno-Abrüstungskonferenz.

Der Vertreter Pjöngjangs warf den USA und Südkorea vor, die Krise um die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes zu nutzen, um weitere Sanktionen gegen Nordkorea durchzusetzen. Dazu hätten sie den Angriff auf die südkoreanische "Cheonan" erfunden.

Die nordkoreanische Armee stehe unter höchster Alarmbereitschaft und sei bereit, auf jeden Vergeltungsschlag rasch zu reagieren. Die "Söhne und Töchter des Landes stehen in Uniform bereit, auf jedwede Strafe und Reaktion oder auf Sanktionen zu reagieren, die den Interessen unseres Staates zuwider laufen", sagte der nordkoreanische Diplomat.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich zuletzt stark verschärft. Ein internationales Ermittlerteam war am im Mai zu dem Ergebnis gekommen, dass die Korvette "Cheonan" am 26. März bei einem nordkoreanischen Torpedo-Angriff vor der Westküste Südkoreas versenkt worden war. Dabei waren 46 Seeleute ums Leben gekommen.

Nordkorea bestreitet dies. Als Reaktion auf eine Reihe von Sanktionen durch Südkorea, darunter einen Handelsstopp, erklärte das Regime in Pjöngjang alle Beziehungen für abgebrochen. Ri warf Südkorea vor, den Untergang inszeniert zu haben, um eine Kampagne gegen den Norden zu fahren.

In dieser Lage sei ein Friedensvertrag zwischen den beiden koreanischen Staaten "der einzige vernünftige Weg", sagte Ri. Beide Staaten befinden sich formal seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 immer noch im Kriegszustand, weil zwar ein Waffenstillstand, aber kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Ein Friedensvertrag könnte dem kommunistischen Norden den Weg zu internationalen Finanzhilfen für die gebeutelte Wirtschaft ebnen.

lgr/Reuters/dpa/AFP

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aat 23.10.2009
1.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
War eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
maan, 23.10.2009
2. Nordkorea gegen den Rest der Welt?
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Erst dann, wenn sich China und Russland durch den Hasardeur selbst bedroht fühlen. Wichtig wäre es, China und Russland wegen der Unterstützung Nordkoreas in der Weltgemeinschaft zu ächten. Ohne Unterstützung hätte der Spuk schnell ein Ende.
Ghost12 23.10.2009
3. Tolle Ausgangsfrage
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Nein. Die provozieren schon wieder mit ihrer Passivität. Direkt Bomben abwerfen. Für Frieden und Demokratie.
tao chatai 23.10.2009
4.
Zitat von aatWar eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
Na klar,vor dem ersten Ueberfall durch die USA,etwa 1864(ohne zu googeln)
Andreas Henn, 23.10.2009
5.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Mit Nodkorea schon, warum auch nicht? Mit dem aktuellen Regime, nein, wie denn auch?
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