Korruptionsaffäre Chinas KP lässt Ex-Spitzenkader festnehmen

Er war hochrangiges Mitglied des Politbüros, nun ist er offenbar festgenommen worden: Chinas Ex-Sicherheitschef Zhou Yongkang wird Korruption vorgeworfen. Er wurde auch aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen.

Chinas Ex-Sicherheitschef Zhou: Verdacht der Korruption
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Chinas Ex-Sicherheitschef Zhou: Verdacht der Korruption


Peking - Der frühere chinesische Sicherheitschef Zhou Yongkang ist laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua festgenommen worden. Gleichzeitig wurde Zhou aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Gegen das ehemalige Mitglied des Politbüros war schon länger ermittelt worden. Zhou wird der Korruption sowie der Weitergabe von Staatsgeheimnissen beschuldigt.

Es ist das erste Mal, dass einem früheren oder amtierenden Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Prozess gemacht wird. Ein Verfahren von dieser Tragweite liegt mehr als 30 Jahre zurück: 1980 wurde die sogenannte Viererbande um Maos Witwe Jiang Qing wegen Verbrechen in der Kulturrevolution verurteilt.

Bis zu seinem Abgang 2012 war Zhou einer von neun Anführern im inneren Kreis der Partei und somit einer der mächtigsten chinesischen Politiker der vergangenen zehn Jahre. Er hatte nicht nur mehr Befugnisse, sondern auch mehr Einfluss als andere Spitzenfunktionäre.

Unter seiner Ägide wurde der gewaltige Sicherheitsapparat in China weitreichend ausgebaut. Zhou stützte sich auf ein großes Netz von Gefolgsleuten aus seiner Zeit als Spitzenmanager der staatlichen Ölindustrie, als Parteichef der Provinz Sichuan, als Polizeiminister und dann als mächtiges Mitglied im Politbüro.

bka/Reuters



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SchneiderG 06.12.2014
1.
Wer jetzt immer noch glaubt, daß es sich um Koruptionsprozeß handelt ist naiv. Hier geht es ausschlieslich um eine politische Säuberungsaktion unliebsamer, geldgieriger Macht-Politiker. Nicht, daß ich es nicht gut finde, aber so was unter falschem Namen durch zu ziehen, wo eh alle korrupt sind in dieser Partei.
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