Korruptionsverdacht: Xi feuert Chinas Chef-Firmenaufseher

KP-Chef Xi Jinping greift im Kampf gegen die Korruption in China durch: Er entließ den mächtigen Spitzenfunktionär Jiang Jiemin, den Direktor der wichtigen Behörde für die Verwaltung der Staatsbetriebe.

Jiang Jiemin: "Schwere Disziplinarverstöße" Zur Großansicht
REUTERS

Jiang Jiemin: "Schwere Disziplinarverstöße"

Peking - China hat den obersten Aufseher der Staatsunternehmen gefeuert. Jiang Jiemin, Direktor der einflussreichen Behörde für die Verwaltung der Staatsbetriebe (SASAC), sei seines Amtes enthoben worden, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag mit.

Die Ermittler werfen ihm "schwere Disziplinarverstöße" vor. So wird in China meist Korruption umschrieben. Über Ermittlungen gegen Jiang war bereits am Wochenende berichtet worden. Der 58-Jährige war zuvor Vorsitzender des staatlichen Ölkonzernriesen CNPC. Es war erwartet worden, dass Jiang als SASAC-Chef eine zentrale Rolle in der Reform des chinesischen Staatssektors übernimmt.

Die Volksrepublik will in den kommenden fünf Jahren mehr Engagement von Privatinvestoren in Branchen wie Energie und Finanzen ermöglichen. Nach Disziplinarermittlungen hatte das Unternehmen kürzlich bereits vier Manager suspendiert.

Parteichef Xi Jinping hatte eine Kampagne gegen Korruption bis in die höchsten Staats- und Parteiämter angekündigt. Zuletzt machte vor allem der Prozess gegen den einstigen Polit-Star Bo Xilai Schlagzeilen, dem neben Korruption und Bestechlichkeit auch Amtsmissbrauch vorgeworfen werden. Auch einige ausländische Pharmafirmen sind ins Visier der Ermittler geraten.

als/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Unterschied
phaeno 03.09.2013
Auch darin unterscheidet sich China von Deutschland, die Korruptis werden gefeuert, nicht mit goldenem Handschlag in den wohlverdienten Ruhestand versetzt.
2.
Wololooo 03.09.2013
Zitat von phaenoAuch darin unterscheidet sich China von Deutschland, die Korruptis werden gefeuert, nicht mit goldenem Handschlag in den wohlverdienten Ruhestand versetzt.
In China ist einfach jeder Politiker korrupt, denn sonst hätten diese es nicht in solch hohe Ämter geschafft. Beförderung nur gegen entsprechende Zahlung beim Vorgesetzten/ Entscheider. Dass Jiemin von Xi Jinping gefeuert wird, sehe ich eher als ein Machtkampf. Xi hält nichts von Reformen und freier Marktwirtschaft und geht gerade die Schritte zurück, die seine Vorgänger Richtung Reformen gegangen sind.
3. Das grosse Reine machen...
rompipalle 03.09.2013
Wir reden hier über 4tausend Jahre Politik,Intrigen und Machtgefühge welche nur ein Chinese verstehen kann der halbwegs... Also sehr gebildet ist. In China gibt es kein Wort für ein "Nein",das muss man sich mal vorstellen.Wenn da jemand aufräumen will dann geht das nie so,wie wir es mit unseren demokratischem Verständnis und vorstellen wurden von statten.wir haben in der tiefsten Wüste Gobi einmal eine Gruppe von strafversetzten (hoch gebildeten)Menschen angetroffen.weit und breit kein Dorf nur dieses Haus in dem sie lebten.Ihr job war es sich sich um diese Schotter Straße zu kümmern. Zwei Tage später sind wir in einer Oase verhaftet worden weil wir in einer no go Gegend waren.nach zwei Tage Militär Gefängnissen und 50$ strafe setzte man uns in einen Bus der uns in die richtige Richtung brachte -fern ab von Tibeter,Mogolen und Uiguren Stämmen. Nur so zum Beispiel!
4. Kein Machtkampf
bleichgesicht 03.09.2013
Das ist bei weitem kein Machtkampf. Xi Jinping zieht nur das durch, was er auch, ganz klar und deutlich, angekündigt hatte. Die Korruption wird bekämpft und zwar auf allen Ebenen. Da werden noch einige Herrschaften fallen. China hat sich Singapur zum Vorbild genommen. Dort war es gelungen, die Korruption in 10 Jahren zu beseitigen, dank drakonischer Strafen. Warten wir ab wie es weitergeht. Ich werde es aus nächster Nähe verfolgen können.
5.
SchneiderG 03.09.2013
Zitat von bleichgesichtDas ist bei weitem kein Machtkampf. Xi Jinping zieht nur das durch, was er auch, ganz klar und deutlich, angekündigt hatte. Die Korruption wird bekämpft und zwar auf allen Ebenen. Da werden noch einige Herrschaften.....
Wenn es nur um Korruption gehen würde wie Sie vermuten, müßte er alle 80 Mio. Parteimitglieder vor Gericht bringen. Ein Machtkampf ist es sicherlich auch nicht. Ich denk eher an eine Säuberungsaktion, um 100% loyale Kader um sich zu haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema KP Chinas
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare