Kosovo-Krise Serbien warnen vor Unruhen auf dem Balkan

Die Kosovo-Kontaktgruppe hat sich darauf geeinigt, dass Unterhändler der USA, Russland und der EU die Verhandlungen über den Status der Serben-Provinz leiten sollen. Belgrad warnte, die Anerkennung eines unabhängigen Kosovo bedrohe die regionale Stabilität auf dem Balkan.


Belgrad/Wien- Das serbische Parlament hat die USA und europäische Länder nachdrücklich vor der Anerkennung eines unabhängigen Kosovo gewarnt. Das werde eine "energische Antwort" nach sich ziehen. 217 Abgeordnete stimmten für die Resolution, zwölf dagegen.

US-Präsident George W. Bush hatte während eines Besuchs in Albanien im Juni angedeutet, die USA könnten das Kosovo auch ohne Zustimmung des Weltsicherheitsrats anerkennen. Am Abend beschloss hingegen die Kosovo-Kontaktgruppe auf Vorschlag Deutschlands, dass eine Troika aus Unterhändlern der EU, den USA und Russland künftige Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung des Konflikts leiten soll.

Gegen den von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montag unterbreiteten Vorschlag, die Kosovo-Verhandlungen in einer kleineren Gruppe fortzusetzen, hatte nicht nur Russland, sondern auch Frankreich Bedenken angemeldet. Erst in der vergangenen Woche waren Bemühungen um eine bindende Uno-Resolution zum Konflikt um das Kosovo an einer Veto-Drohung Moskaus gescheitert.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte erklärt, Russland werde die von Uno-Vermittler Martti Ahtisaari vorgeschlagene "überwachte Unabhängigkeit" für die Kosovo-Albaner nie akzeptieren. Noch wenige Stunden vor dem Treffen der Kosovo-Kontaktgruppe schienen die Differenzen unüberwindbar.

Dennoch seien die Gespräche in der deutschen Botschaft in Wien "offen und konstruktiv" geführt worden, verlautete aus Diplomatenkreisen. Wann neue Verhandlungen über eine Lösung des Kosovo-Problems beginnen und in welcher Form sie geführt werden, konnte allerdings noch nicht geklärt werden. Während die USA und die EU-Länder ein zeitliches Limit von 120 Tagen bis zu einer Einigung festlegen möchten, wollen die Russen unbefristet verhandeln. Insgesamt habe man bei diesem "ersten Meinungsaustausch jedoch mehr erreicht, als man erwarten konnte".

esp/AP/dpa



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