EU-Vermittlung Serbien bricht Gespräche über Kosovo-Konflikt ab

Ein von der EU moderiertes Treffen in Brüssel sollte zu einer Vermittlung im Kosovo-Konflikt führen. Doch der serbische Präsident Vucic verließ die Runde in Brüssel  vorzeitig.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic
AFP

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic


Auf den Gesprächen lagen große Hoffnungen: EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini traf sich mit dem serbische Präsidenten Vucic sowie dem Präsidenten der Republik Kosovo Hashim Thaci in Brüssel. Eine Bestandsaufnahme der seit Jahren weitgehend erfolglosen Vermittlung im Kosovo-Konflikt sollte gefasst werden. Doch schon vor gemeinsamen Gesprächen brach der serbische Vertreter Vucic diese Runde ab und kehrte nach Belgrad zurück.

Vucic weigerte sich, seinen Kosovo-Amtskollegen Thaci zu treffen. Grund dafür wären die "Täuschungen, Drohungen und Lügen der Albaner", sagte der in der Belgrader Regierung für das Kosovo zuständige Marko Djuric.

Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war vor zehn Jahren von Serbien abgefallen. Serbien will aber mit Verweis auf seine dort gelegenen mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder den jüngsten Staat Europas wieder zurückhaben. Dass der Grenzverlauf zwischen Kosovo und Serbien jetzt wieder in Frage gestellt wird, hat damit zu tun, dass Europa und die USA ihre Haltung in der Kosovo-Frage offenbar aufgeweicht haben.

Vor einigen Wochen hatten Serbien und Kosovo einen Gebietstausch vorgeschlagen. Deutschland und mehrere EU-Staaten lehnen diesen zur Lösung des jahrzehntelangen Konflikts vehement ab. Der EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sagte Zeitung "Die Welt" aber, dass er einen Gebietstausch, nicht von vornherein ablehnen würde. Dies hatte die Hoffnungen auf eine Normalisierung der Beziehungen erhöht. Mogherini hat sich heute allerdings nur getrennt mit den Regierungsvertretern Vucic und Thaci getroffen. Das geplante gemeinsame Treffen konnte nicht stattfinden.

mal/dpa/AP



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