Kosovo Tote in schwersten Kämpfen seit Jahren

In einem der schwersten Gefechte zwischen Serben und Albanern seit dem Kriegsende 1999 sind heute mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter ein französischer Uno-Soldat. Fast 300 wurden verletzt. Beobachter fürchten statt zunehmender ethnischer Toleranz noch mehr Gewalt.


Uno-Panzer stellen sich zwischen kämpfende Albaner und Serben
AP

Uno-Panzer stellen sich zwischen kämpfende Albaner und Serben

Mitrovica - Die Kämpfe brachen in der nach Volksgruppen geteilten Stadt Mitrovica aus. Kurz zuvor hatten albanische Medien berichtet, dass zwei albanische Kinder auf der Flucht vor aufgebrachten Serben in dem Fluss Ibar ertrunken seien.

Albaner und Serben lieferten sich ein stundenlang andauerndes Gefecht mit Schusswaffen. Sicherheitskräfte der Uno und der Kosovo-Schutztruppe der Nato hatten zuvor versucht, eine Menschenmenge mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander zu treiben.

In einem weiteren Ort, Gaglavica, im Süden Serbiens, kam es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Albanern und Serben. Hier protestierten Serben bereits seit drei Tagen gegen einen Angriff auf einen 18-jährigen Serben, der durch Schüsse von Unbekannten schwer verletzt worden war. Die Polizei und Nato-Truppen versuchten, tausende Albaner aus der Kosovo-Hauptstadt Pristina daran zu hindern, in das Dorf einzudringen.

Mitrovica ist immer wieder Schauplatz ethnisch polarisierter Gewalt. Vor vier Jahren starben in Kämpfen acht Menschen. Bei dem schwersten Anschlag seit dem Ende des Kosovo-Kriegs im Jahr 2001 starben elf Menschen, als albanische Terroristen einen mit Serben besetzten Bus in die Luft sprengten.

Die Region im südlichen Serbien steht seit dem Ende des Kosovo-Kriegs Mitte 1999 unter Uno-Mandat. Ein Sprecherin der multinationalen Polizeitruppe der Uno befürchtete eine Verschlechterung der Situation: "Es wird sehr übel werden."



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