Kranker Nobelpreisträger: Hoffnung auf Mandelas Genesung schwindet

Nelson Mandela: Der große Mann Südafrikas Fotos
DPA/ Nelson Mandela Foundation

Ringt Nelson Mandela mit dem Tod? Südafrikas Nationalheld hat laut einem Gerichtsdokument schon vor Tagen das Bewusstsein verloren. Doch die Regierung des Landes widerspricht den Berichten.

Hamburg/Kapstadt - Südafrika bangt um Nelson Mandela. Der 94-Jährige wird von Geräten am Leben gehalten und ringt angeblich mit dem Tod. Das bekunden gerichtliche Dokumente, die am Mittwoch öffentlich geworden sind.

"Die Erwartung seines bevorstehenden Todes gründet auf realen und substantiellen Tatsachen", heißt es darin. Mandela befinde sich in einem "dauerhaft vegetativen Zustand". Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, der die Dokumente vorliegen, haben die Ärzte des todkranken früheren südafrikanischen Präsidenten in der vergangenen Woche sogar bereits geraten, die lebenserhaltenden Geräte abzuschalten.

Die südafrikanische Regierung hat am späten Donnerstagabend hingegen unter Berufung auf Mandelas Ärzte dementiert, dass dieser sich in einem "dauerhaft vegetativen Zustand" befinde. "Madiba bleibt in einem kritischen, aber stabilen Zustand", erklärte die Regierung in der Nacht zum Freitag unter Verwendung von Mandelas Clannamen.

Erbitterter Familienstreit

Unterdessen sind die sterblichen Überreste von drei Kindern Mandelas am Donnerstag wieder in dessen Heimatdorf Qunu beigesetzt worden. Die Zeremonie sei beendet, meldete die südafrikanische Nachrichtenagentur Sapa am Nachmittag.

Ein Gericht hatte die Rückverlegung angeordnet, nachdem Nelson Mandelas ältester Enkel Mandla Mandela gegen den Willen der übrigen Familie die drei Kinder aus Qunu in sein Heimatdorf Mvezo hatte umbetten lassen. Dies ist zwar der Geburtsort Nelson Mandelas. Doch zog dieser früh nach Qunu um; deshalb betrachtet er diesen Ort als seinen eigentlichen Heimatort.

Die Rückverlegung ist ein weitere Episode in einem erbitterten Streit. 15 Familienmitglieder hatten gegen Mandla Mandela geklagt. Sie warfen ihm vor, die Überreste seines Vaters, seiner Tante und seines Onkels nach Mvezo verlegt zu haben, um auch eine Beisetzung Nelson Mandelas in dem Ort zu erzwingen. So habe Mandla aus dem Friedhof eine lukrative Touristenattraktion machen wollen.

Nelson Mandela selbst will in Qunu seine letzte Ruhestätte finden. Er wurde am 8. Juni wegen einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus in Pretoria gebracht.

bos/AP/AFP

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