Tegucigalpa - Nächtliche Ausgangssperre in der Hauptstadt: Die Übergangsregierung in Honduras hat mit Zwangsmaßnahmen auf Ausschreitungen von Anhängern Manuel Zelayas reagiert. Mehr als 10.000 Menschen hatten zuvor für die Rückkehr des gestürzten Präsidenten in sein Amt demonstriert.

Brennendes Restaurant in Honduras: Anhänger des abgesetzten Präsidenten attackierten Ziele in der Hauptstadt
Der Zorn der Gegner der neuen Regierung richtete sich zunehmend gegen die USA. Bereits in der vergangenen Woche hatten gewaltbereite Studenten US-Restaurants in der Nähe der Nationalen Universität in der Hauptstadt attackiert. Die Parteigänger Zelayas, der am 28. Juni gestürzt worden war, werfen Washington vor, die Fäden in dem Staatsstreich gezogen zu haben und Zelayas Rückkehr an die Macht zu hintertreiben.
Zelaya befindet sich seit dem Staatsstreich am 28. Juni im unfreiwilligen Exil. Übergangspräsident Roberto Micheletti will bis zu der für Ende November geplanten vorgezogenen Präsidentschaftswahl im Amt bleiben. Einen Vorschlag des im Konflikt vermittelnden Präsidenten von Costa Rica, Oscar Arias, Zelaya bis zur Wahl an die Staatsspitze zurückkehren zu lassen, lehnt er ab.
Am vergangenen Dienstag sollte ursprünglich eine Vermittlungsmission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Tegucigalpa ihre Arbeit aufnehmen. Nach anfänglichem Widerstand stimmte Micheletti der Mission inzwischen zu. Laut OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza wird die Delegation nun allerdings erst frühestens "Ende der kommenden Woche" in der honduranischen Hauptstadt eintreffen.
Vertreter der Demokratischen Partei forderten unterdessen von US-Präsident Barack Obama scharfe Maßnahmen gegen die Verantwortlichen des unblutigen Putsches. In einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben schlugen die 15 Abgeordneten vor, Vertreter der Interimsführung an der Einreise in die USA zu hindern und deren US-Konten einzufrieren. Es sei inzwischen klar, dass die Übergangsregierung nur durch "entschlossene Aktionen" dazu gebracht werde, die Demokratie wiederherzustellen.
hoc/dpa/AFP
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