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Krebsleiden: US-Senator Edward Kennedy ist tot

Er war eine prägende Figur der US-Demokraten und einer der einflussreichsten Senatoren: Edward Kennedy ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Bruder des ermordeten früheren US-Präsidenten John F. Kennedy erlag einem Krebsleiden.

Edward Kennedy: Ikone der US-Demokraten Fotos
Getty Images

Washington - Edward "Ted" Kennedy galt als Urgestein der Demokratischen Partei, der auch der amtierende Präsident Barack Obama angehört. Bei dem Senator war im Mai vorigen Jahres ein Gehirntumor festgestellt worden.

Edward Kennedy starb den Angaben seiner Familie zufolge in seinem Haus in Hyannis Port. "Wir haben das unersetzliche Zentrum unserer Familie und das strahlende Licht in unserem Leben verloren, aber die Inspiration durch seinen Glauben, seinen Optimismus und seine Ausdauer wird in unseren Herzen ewig weiter leben", hieß es in der Erklärung der Familie.

Der britische Premierminister Gordon Brown sagte, um Kennedy würde "nicht nur in Amerika, sondern in jedem Kontinent getrauert." Seine schwere Krankheit habe ihn nicht davon abbringen können, um sein Lebenswerk zu kämpfen. "Ich bin stolz, dass ich ihn zu meinen Freunden zählen konnte", sagte Brown.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, nannte Edward Kennedy einen "Mann von starkem Glauben und Charakter". "Teddy lehrte uns, dass der Dienst an der Allgemeinheit kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung ist". Der republikanische Gouverneur ist mit einer Nichte von Edward Kennedy verheiratet.

Edward war das jüngste von neun Kennedy-Geschwistern. Er übernahm nach dem Tod seines zweiten Bruders Robert 1968 die Rolle des Patriarchen im Kennedy-Clan.

Kennedy studierte Jura und absolvierte die Elite-Universität Harvard. Seinen Senatssitz "erbte" er 1962 von seinem großen Bruder John, als dieser Präsident der USA geworden war. Doch der nach dem Tod seiner Brüder vorgezeichnete Weg an die Spitze der US-Politik endete im Juli 1969 durch einen tragischen Autounfall, bei dem die junge Assistentin Mary Jo Kopechne ertrank. Edward überlebte und wurde wegen Unfallflucht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Vorfall zog einen Schlussstrich unter seine Ambitionen auf die Präsidentschaft.

Der letzte der Kennedy-Söhne wurde nie von der Demokratischen Partei zum Kandidaten gekürt. 1976 stieg er wegen Erfolglosigkeit schon frühzeitig aus dem Vorwahlkampf aus, 1980 verlor er im innerparteilichen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gegen Amtsinhaber Jimmy Carter.

Dennoch wurde Kennedy bei den Demokraten und im US-Kongress zu einer festen Größe. Er galt als Vertreter des linken Flügels seiner Partei und setzt sich vorrangig für soziale Belange ein. Bildung und Gesundheitswesen lagen ihm besonders am Herzen. 1971 wurde er Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, sieben Jahre später kämpfte er an der Spitze des Justizausschusses für den Zugang von Frauen und Minderheiten zu den juristischen Berufen. Im Jahr 1994 wurde er Vorsitzender des Arbeitsausschusses im Senat und arbeitete an einer grundlegende Reform des Wohlfahrtsstaates.

In den vielen Jahrzehnten nahm er Einfluss auf fast jedes Gesetz zur Sozialgesetzgebung, das den Kongress passieren musste. Hunderte wichtige Gesetze tragen Kennedys Stempel. Nur zwei Senatoren in der Geschichte der USA waren länger im Amt.

Edward Kennedy galt als einer der liberalsten amerikanischen Politiker und setze sich vehement gegen Apartheid und für Chancengleichheit ein. Eines seiner Hauptanliegen war zuletzt die Umsetzung der von Obama angekündigten umfassenden Gesundheitsreform. Bei der Amtseinführung von Obama im vergangenen Januar brach Edward Kennedy mit einem Krampfanfall zusammen und kam ins Krankenhaus.

Erst Anfang August war Edward Kennedys Schwester Eunice Kennedy Shriver gestorben. Die Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten war 88 Jahre alt geworden. Von den insgesamt neun Geschwistern lebt jetzt nur noch Jean Kennedy Smith.

hen/AP/Reuters/dpa

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