Offensive gegen Dschihadisten Kurden drängen IS-Kämpfer zurück

Kurdischen Peschmerga-Kämpfern ist es gelungen, die Stadt Sumar im Nordirak zurückzuerobern. Zugleich melden Regierungstruppen weitere Erfolge - unterstützt durch Luftschläge der US-geführten Militärallianz.

Peschmerga-Kämpfer nahe Sumar im Nordirak (September 2014:) Gegenoffensive erfolgreich
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Peschmerga-Kämpfer nahe Sumar im Nordirak (September 2014:) Gegenoffensive erfolgreich


Kobane - Kurdische Kämpfer haben am Samstag eine Stadt im Nordirak aus der Gewalt der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) befreit. Unterstützt durch Angriffe der US-Luftwaffe sei es gelungen, die Extremisten aus dem Zentrum von Sumar und aus elf umliegenden Dörfern zu vertreiben, sagte Peschmerga-General Karim Atuti. Sumar liegt rund 60 Kilometer nordwestlich der vom IS im Juni eingenommenen Millionenstadt Mossul.

Auch aus dem Zentralirak meldeten Regierungsstellen Erfolge im Kampf gegen den IS. Am Samstag hätten irakische Sicherheitskräfte den IS aus der Stadt Dschurf al-Sakhar nahe Bagdad zurückgedrängt.

Die Kurdenkämpfer hatten Sumar nach dem Rückzug der irakischen Armee zu Beginn der IS-Offensive besetzt. Nach weiteren Gebietsgewinnen der Dschihadisten mussten sich die Peschmerga im August aber zunächst in die autonome Kurdenregion im Nordirak zurückziehen. Seitdem gewannen die Kurdenkämpfer langsam wieder an Boden.

Die USA und mehrere verbündete Staaten flogen am Freitag und Samstag nach US-Angaben 22 Luftangriffe auf Stellungen des IS im Irak. Es seien Ziele nahe dem wichtigen Staudamm von Mossul, der Stadt Falludscha und der Stadt Baidschi attackiert worden. Bei Baidschi steht die größte Ölraffinerie des Landes. Es seien Bomber, Kampfjets und Drohnen zum Einsatz gekommen. US-Flugzeuge hätten zudem ein Artilleriegeschütz der Extremisten nahe der nordsyrischen Kurdenstadt Kobane zerstört.

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Zur Unterstützung der Kurden im Nachbarland wollen die Peschmerga bis zu 200 Kämpfer nach Kobane holen. Offen ist bisher, wann die angekündigten Peschmerga-Kämpfer nach Kobane gelangen. Sie sollen über türkisches Territorium dorthin kommen. Die nötige Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt.

Auch etwa 1300 Kämpfer der Rebellengruppe Freie Syrische Armee (FSA) wollen sich den Kurden in Kobane anschließen. Am Freitag gaben die oppositionellen FSA-Kämpfer aus der Provinz Aleppo die Entscheidung zur Entsendung von Einheiten bekannt - zu denen auch gemäßigte islamistische Gruppen gehören.

tdo/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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jakimboaz 25.10.2014
1. Hochachtung
Vor den Kurden ! Hoffe am Ende wartet der eigene Staat ! Und an Herrn Steinmeier : wegen Ihnen und ihrem nutzlosen rumreisen bin ich nach 25 Jahren Mitgliedschaft in der SPD gerade ausgetreten Es ist eine Schande dass wir nicht Teil der internationalen Allianz gegen Isis sind
marialuise8 25.10.2014
2. Zum Glück
gibt es noch echte Fighter! Ebenfalls auch meine Hochachtung vor der Kurden und ihren Kämpfern. Ich wünsche ihnen auch den eigenen Staat. Ich bin ja wirklich mal gespannt, ob die Türken wirklich die Verstärkung hinein lassen. Sicher hat Erdogan wieder ein Ausrede und/oder Verzögerungstatik parat.
Mara Cash 25.10.2014
3. Ziemlich erfreulich
Es freut mich, dass man dem "Islamischen Staat" zuletzt immer mehr schmerzhafte Niederlagen zugefügt hat. Das war aber erst der Anfang - nicht nur ich würde mich über die komplette Zerstörung dieser irren Vereinigung sehr freuen.
TheK79 25.10.2014
4.
Also das einzige "Sumar" (oder "Zumar"), dass ich im Irak finde, verortet die englische Wikipedia südlich von Mossul; tief in kurdischem Gebiet. Google Maps findet eben dort aber höchstens ein Dorf…?
tacereaurum 25.10.2014
5. Hochachtung !
Man mag es kaum glauben mit welchem Mut und welchem Einsatz dieses kleine Volk einem bisher für unbezwingbar geltendem Feind die Schneid abkauft. Ich finde auch, dass dafür schon ein passendes Dankeschön angebracht ist. Hochachtung ! Vielleicht könnte man ja einen Teil der Ausgaben für die deutsche Bundeswehr dorthin überweisen. Die wissen das effizient auch für unsere Sicherheitsinteressen einzusetzen.
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