Krieg im Kaukasus Georgien will Olympia-Mannschaft aus Peking abziehen

Für die georgischen Teilnehmer sind die Olympischen Spiele einen Tag nach Beginn schon wieder zu Ende. Wegen des Kriegs im Süd-Kaukasus will Georgien sein Team aus Peking zurückziehen.


Peking - Die Meldung vom Abzug aus Peking verbreitete am Samstagabend die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Sportler wollten in diesem Moment bei ihren Angehörigen sein, hieß es.

Das Nationale Olympische Komitee Georgiens verurteilte in einer Pressemitteilung die russischen Luftangriffe. "Zur gleichen Zeit, in der die Spiele in Peking mit einem Feuerwerk eröffnet wurden, musste Georgien mit Bombenangriffen auf viele seiner Städte leben", hieß es.

Auftritt im Olympiastadion: 35 Sportler aus Georgien waren nach Peking gereist
REUTERS

Auftritt im Olympiastadion: 35 Sportler aus Georgien waren nach Peking gereist

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verurteilte die Gewalt im Kaukasus, sieht sich dem Konflikt aber machtlos gegenüber. "Das ist nicht das, was die Welt sehen will, und entspricht sicher nicht der olympischen Idee", meinte IOC-Sprecherin Giselle Davies. Es stünde dem IOC nicht zu, die Lage weiter zu kommentieren.

Georgien war mit einer Delegation von 35 Sportlern nach China gereist.

Zuvor hatte nach Ausbruch der Kampfhandlungen in Südossetien bereits der russische Regierungschef Wladimir Putin überraschend Peking verlassen und war in die von Georgien abtrünnige Konfliktregion gereist.

ler/dpa/SID



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