Krieg in Afghanistan Ehepaar Guttenberg zu Blitzbesuch in Kunduz eingetroffen

Kurz vor Weihnachten besucht Verteidigungsminister Guttenberg samt Gattin die deutschen Soldaten in Afghanistan. Begleitet werden die Guttenbergs von den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts - auch TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dabei.

Verteidigungsminister Guttenberg (Archivbild): Dank für den Dienst der deutschen Soldaten
dapd

Verteidigungsminister Guttenberg (Archivbild): Dank für den Dienst der deutschen Soldaten

Aus Kunduz berichtet


Kunduz - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist gemeinsam mit Ehefrau Stephanie bei den deutschen Soldaten in Afghanistan eingetroffen. Am Montagmorgen landeten die Guttenbergs und die Ministerpräsidenten David McAllister aus Niedersachsen und Wolfgang Böhmer aus Sachsen-Anhalt in Kunduz. Der vorweihnachtliche Besuch - eine Art Dankeschön für den Dienst der deutschen Soldaten - war aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden.

Am Morgen traf die Delegation zuerst in Masar-i-Scharif ein, später folgte dann der Besuch im Feldlager in Kunduz. Mit der Visite setzt Guttenberg sein sehr persönliches Ziel der regelmäßigen Besuche im Krisengebiet fort. Alle zwei Monate und damit so oft wie kein anderer Wehrminister vor ihm reiste der Politiker zu den Soldaten. Mit den Besuchen will Guttenberg der Truppe den politischen Rückhalt für die gefährliche Mission beweisen und den 5000 Bundeswehrsoldaten auch die gesellschaftliche Anerkennung für den Einsatz zeigen. Bei der Truppe wird der CSU-Politiker auch wegen solcher Gesten geschätzt.

Guttenbergs Programm sieht so aus: gemeinsamer Brunch mit den Soldaten in Kunduz, dem gefährlichsten Standort der Bundeswehr, ein Briefing über die Lage durch den Kommandeur des Lagers und anschließend die Aufzeichnung einer Talkshow mit dem Moderator Johannes B. Kerner in Masar-i-Scharif. Er wird mit mehreren Soldaten über den militärischen Einsatz, aber auch über die persönlichen Gefühle der Soldaten sprechen. Dazu hat Kerner mit viel Aufwand ein ganzes Fernsehstudio nach Afghanistan fliegen lassen. Guttenbergs Frau Stephanie plant einen Besuch in einem Lazarett und ein Treffen mit Bundeswehrsoldatinnen.

40 Delegationen von deutschen Politikern

Afghanistan gehört zu den außereuropäischen Ländern, die von deutschen Spitzenpolitikern am häufigsten besucht werden. Die deutsche Botschaft in Kabul zählte in diesem Jahr mehr als 40 Delegationen von Ministern, Staatssekretären oder Bundestagsabgeordneten.

Guttenberg ist der erste deutsche Minister, der seine Ehefrau mit ins Einsatzgebiet nimmt. Er war am Montag zum siebten Mal seit seinem Amtsantritt im Herbst 2009 vor Ort. Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel (beide FDP) besuchten Afghanistan bislang je zweimal, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bauminister Peter Ramsauer (CSU) je einmal.

Im Frühjahr war Horst Köhler als erster Bundespräsident dort. Er war ebenfalls von seiner Ehefrau begleitet worden. Eine umstrittene Äußerung in einem Interview auf dem Rückweg wurde später zu einem Grund für Köhlers Rücktritt. Der zweite Mann im Staat, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), informierte sich im August erstmals direkt über den Einsatz der deutschen Soldaten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war 2007 und 2009 in Afghanistan.

Seit einigen Jahren werden die Reisen aus Sicherheitsgründen bis zur Ankunft geheim gehalten. Die Visiten beschränken sich meistens auf die Bundeswehrstandorte im Norden des Landes und die Hauptstadt Kabul. Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus war bei seinem Besuch im Sommer ausnahmsweise allerdings auch in Kandahar im gefährlichen Süden des Landes. Dort sind rund ein Dutzend Bundeswehrsoldaten stationiert, die für die Nato Fernmeldeleitungen betreiben.

Mit Material von dpa



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Seite 1
schroeders_erben, 13.12.2010
1. Mist
Zitat von sysopKurz vor Weihnachten besucht Verteidigungsminister Guttenberg samt Gattin die deutschen Soldaten in Afghanistan. Begleitet werden die Guttenbergs von den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts - auch TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dabei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734230,00.html
wir hätten die Herrschaften bitten sollen auf dem Rückweg noch nach unseren Schrebergärten zu sehen, die die Bundeswehr am Khaiberpass beschützt.
Sapientia 13.12.2010
2. Nichts Neues
Zitat von sysopKurz vor Weihnachten besucht Verteidigungsminister Guttenberg samt Gattin die deutschen Soldaten in Afghanistan. Begleitet werden die Guttenbergs von den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts - auch TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dabei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734230,00.html
Showman underway
Sapientia 13.12.2010
3. Demnächst
Zitat von sysopKurz vor Weihnachten besucht Verteidigungsminister Guttenberg samt Gattin die deutschen Soldaten in Afghanistan. Begleitet werden die Guttenbergs von den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts - auch TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dabei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734230,00.html
auch mit Dieter Bohlen?
schwarzer Schmetterling, 13.12.2010
4. hmmm....
Zitat von sysopKurz vor Weihnachten besucht Verteidigungsminister Guttenberg samt Gattin die deutschen Soldaten in Afghanistan. Begleitet werden die Guttenbergs von den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts - auch TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dabei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734230,00.html
Kapier ich nicht. Dass unser Herr von hier nach da dort seinen neuen Blutorden unter die Leute bringen muss - und ihnen die schöne Weihnachtsgeschichte von der "breiten" Unterstützung des Söldnereinsatzes im Dienst einer dritten Macht durch das "gesamte" deutsche Volk erzählt - kann ich noch verstehen. Dass aber die Gattin des Glanzpaares dort hinreisr begreife ich nicht - wird ja eh nur unsere Steuergroschen kosten oder gibt es wie bei letzten Mal den Heli von den Amis? Die Mitreise anderer inkompententer "Persönlichkeiten" fällt unter die gleiche Kategorie. Und ansonsten gehe ich davon aus, das man dort wohl Gefahr ins Auge blicken will, und andere für sich schiessen lässt. Ach ja - kommt Wetten das demnächst aus Kunduz? An die Sozis das Signal - stimmt ihr gegen diesen Geld vernichtenden Einsatz, den die Mehrheit der Wähler NICHT will, der bereits als verloren bezeichnet wird, wäre dies ein Signal in die richtige Richtung und ihro freiherrliche Gnaden könnte sich diese scheinheilgen Besuche sparen. Ich hoffe nur, man hat die Abendgarderobe nicht vergessen.
rodelaax 13.12.2010
5. Ich hoffe,
... dass auch ein 20 köpfiges Filmteam dabei ist, welches einen spielfilmlangen Propaga..., ähmm ... ich meinte Dokumentarfilm über dieses geschichtsträchtige Ereignis produzieren kann.
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