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Gaza-Krieg: Israelische Raketen töten Flüchtlinge in Uno-Schule

Erneut hat es im Gazastreifen einen Angriff auf eine Uno-Einrichtung gegeben. Nach palästinensischen Angaben starben mindestens fünfzehn Menschen bei der Attacke auf eine Schule. Die Uno kritisierte Israel für den Raketenbeschuss.

Gaza/Tel Aviv - Bei einem israelischen Raketenangriff auf Gaza hat es erneut viele Tote gegeben. Der Angriff hat nach palästinensischen Angaben einer von der Uno betriebenen Schule gegolten. Viele Menschen hatten in dem Gebäude Zuflucht vor den Angriffen aus Israel gesucht. Bei der Attacke sollen nun mindestens fünfzehn von ihnen getötet worden sein. Das berichteten die örtlichen palästinensischen Behörden am Donnerstag. Zudem seien mehr als 200 Menschen in der Ortschaft Beit Hanun verletzt worden, berichteten Rettungskräfte.

Der Sprecher des Palästinenserhilfswerks der Uno (UNRWA), Chris Gunness, schrieb auf seinem Twitter-Account ebenfalls von mehreren Toten und Verletzten in einem Uno-Gebäude. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sei entsetzt, teilte ein Sprecher mit. Unter den Toten seien auch Uno-Mitarbeiter. Seit Beginn der Offensive vor zwei Wochen sind bisher laut Uno allein 75 UNRWA-Schulgebäude getroffen worden.

Die israelische Armee rechtfertigte sich später, sie habe die Betreiber vor dem Beschuss gewarnt. Israel wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, immer wieder aus dicht bewohnten Vierteln die Armee anzugreifen und so den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen.

Raketenlager in Schulen entdeckt

Nur Stunden zuvor hatte Uno-Generalsekretär Ban empört auf den Fund von Raketen radikaler Palästinensergruppen in Schulen der Vereinten Nationen im Gazastreifen reagiert. Ban ließ in seiner Erklärung offen, wem er die Deponierung der Raketen zuschreibt und forderte eine umfassende Aufklärung der Vorfälle.

"Die Verantwortlichen haben damit Schulen zu möglichen Angriffszielen gemacht und die Leben von unschuldigen Kindern, Uno-Mitarbeitern und Schutzsuchenden in Gefahr gebracht", sagte der Generalsekretär am Mittwoch. Die Vereinten Nationen würden den Vorfall untersuchen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passieren könne.

Bereits vor einer Woche hatte das Uno-Palästinenserhilfswerk UNRWA mitgeteilt, dass in einer leer stehenden Uno-Schule im Gazastreifen ein Raketenlager mit rund 20 Geschossen entdeckt worden sei. Am Dienstag hatte es in einer anderen verlassenen Uno-Schule in dem Gebiet einen zweiten Raketenfund gegeben.

UNRWA unterhält nach eigenen Angaben 245 Schulen in Gaza, in denen rund 225.000 palästinensische Kinder unterrichtet werden. Zuletzt hatten nach Angaben der UNRWA in 77 von der Organisation betriebenen Einrichtungen im Gazastreifen rund 117.000 Menschen Schutz gesucht. Der Gazastreifen wird von der radikalislamischen Hamas kontrolliert.

ler/isa/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 171 Beiträge
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1. unvermittelte permanente Raketenangriffe aus Gaza
NoName2 24.07.2014
verursachen bei der Bevölkerung Isreals lebenslangen schweren posttraumatichen Stress - auch bei Neugeborenen und kleinen Kindern die alle paar Minuten mit ihren Eltern in die Hauseigenen Luftschutzbunker flüchten müssen...
2. wen wundert's
Grehu 24.07.2014
Schauen sie doch einfach mal auf ihren Artikel von heute: Gaza-Konflikt: Uno-Generalsekretär empört über Raketenfunde in Schulen
3.
BerndBerndsen 24.07.2014
Eigentlich war ich bislang auch eher jemand, der dem israelischen Staat bei seinem Vorgehen gegen die Terrorgruppe Hamas, die sich die Zerstörung Israels zum ziel gesetzt hat, großes Verständnis entgegengebracht hat. Aber Leute in einem winzigen Gebiet einzupfärchen, an der Ausreise zu hindern (wie die Deutsche Familie vor wenigen Tagen) und dann Wohnhäuser zu zerbomben ... da hört dann jegliches Verständnis auf. Flüchtende aufzuhalten, nicht ausreisen lassen und sie anschließend abknallen, Schulen und Krankenhäuser bombardieren ... naja ich verbeiß mir mal historische Vergleiche ... Für die Interessierten -> Gazastreifen: 360 km², 1,8 Mio Einwohner, 5045 EW/km² (!!!) Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, das ist "Like shooting fish in a barrel" würde der Ami sagen.
4. Ist das nicht...
kosaptes 24.07.2014
Ist das nicht einer dieser Orte wo die Hamas ihre Raketen lagert? Stand irgendwo. Ich glaube im Spiegel.
5.
Olaf 24.07.2014
Zitat von GrehuSchauen sie doch einfach mal auf ihren Artikel von heute: Gaza-Konflikt: Uno-Generalsekretär empört über Raketenfunde in Schulen
Ja, wahrscheinlich kalkulierter Kollateralschaden an der eigenen Zivilbevölkerung durch die Hamas. http://www.welt.de/politik/ausland/article130523418/Israel-zeigt-Videos-von-Hamas-Kriegsverbrechen.html
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