Krieg in Libyen Nato bombardiert Gaddafis Kommandozentrale

Schwere Angriffe in Tripolis: Die Nato hat erneut den zentralen Militärkomplex von Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi attackiert. Die Bundesregierung unterstützt den Übergangsrat der Rebellen mit bis zu hundert Millionen Euro.

Libyens Hauptstadt Tripolis (Archivbild): Angriffe durch die Nato
DPA

Libyens Hauptstadt Tripolis (Archivbild): Angriffe durch die Nato


Tripolis - Augenzeugen berichteten von Explosionen und schwarzem Rauch, der über der Garnison Bab al-Asisija aufstieg: Die Nato hat am Wochenende erneut den zentralen Militärkomplex des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Süden von Tripolis bombardiert. Es waren die schwersten Nato-Angriffe im Libyen-Konflikt seit mehreren Wochen.

Dem libyschen Staatsfernsehen zufolge kam es bei dem Bombardement zu Opfern unter der Bevölkerung. Einzelheiten nannte der Sender nicht. Die Nato erklärte, eine Kommandozentrale sei getroffen worden. In der Nacht zum Sonntag wurden weitere Explosionen im Stadtteil Ain Zara gemeldet. Eine libysche Oppositionsgruppe berichtete, das Ziel der Angriffe könnten Gebäude der Sicherheitskräfte oder Waffendepots gewesen sein.

In einer Audio-Botschaft an seine Anhänger hatte Gaddafi zuvor Tunesier und Ägypter beschimpft, die ihre autoritären Präsidenten Anfang des Jahres durch Volksaufstände gestürzt hatten. "Was habt ihr mit diesen Revolutionen erreicht? Den Ersatz des einen Regimes durch das andere?", sagte der 69-Jährige in der vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Rede.

Den ägyptischen Ex-Präsidenten Husni Mubarak rühmte Gaddafi als "arm und bescheiden". Er solle "nicht gedemütigt, sondern verehrt werden", sagte der Libyer. Mubarak befindet sich derzeit im Krankenhaus unter Arrest. Ihm soll am 3. August in Kairo der Prozess gemacht werden.

Darlehen von der Bundesregierung

Die Kämpfe in Libyen halten seit Monaten an, ohne dass die Aufständischen entscheidende Fortschritte gemacht haben. In der vergangenen Woche hatten die Rebellen in Tripolis ein Gebäude von hochrangigen Regime-Funktionären angegriffen. Angesichts der verfahrenen Situation setzt der Westen verstärkt auf eine Verhandlungslösung. Die USA verlangen dabei einen Rücktritt Gaddafis.

Hilfe für die Rebellen gab es unterdessen von der deutschen Bundesregierung: Sie stellt dem libyschen Übergangsrat ein Darlehen von bis zu hundert Millionen Euro zur Verfügung. Dies teilte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Berlin mit. Mit den Geldern solle die Vertretung der Rebellen gestärkt werden, um notwendige Strukturen aufbauen und Versorgungsengpässe beheben zu können. Nach Angaben des Auswärtigen Amts hat die Bundesregierung seit Beginn des Konflikts 15 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt.

klu/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 241 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
peddersen 24.07.2011
1. jnkjnkjnmkj
Vom ersten Tag an: Wer sind denn die Rebellen? Was wollen die - für was stehen die?
Zwergnase, 24.07.2011
2. 100 Mio Euro für die Rebellen ?!
Ich bin dagegen !
derlabbecker 24.07.2011
3. ach....
.... wir geben den Rebellen 100 Mio..... gleichzeitig lese ich hier, dass Politiker fordern die deutschen Autobahnen an Privatinvestoren zu verkaufen da man sich den Unterhalt nicht mehr leisten kann.... Wieviel Schlaglöcher kann man mit 100 Mio stopfen? Ach nee, dafür dass die Rebellen sich Munition kaufen können rumpeln die Leute, die mit Steuern auf ihre Arbeitseinkünfte das alles finanzieren, morgen wieder mit 30 km/h über die Strassen zu ihrem Arbeitsplatz... Unsere Politiker gehen mir immer mehr auf den Senkel, kann man diese ganze Riege, die da gerade dran ist, jeglicher Partei, nicht mal alle aus dem Verkehr ziehen? Diese Stümper kapieren einfach nicht dass man ein Land nicht so regieren kann und dass Nachhaltigkeit in der Politiker länger dauert als eine Legislaturperiode...
fuchs008 24.07.2011
4. Wen soll man wählen?
Zitat von sysopSchwere Angriffe in Tripolis: Die Nato hat erneut den zentralen Militärkomplex von Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi attackiert. Die Bundesregierung unterstützt den Übergangsrat der Rebellen mit 100 Millionen Euro. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,776294,00.html
Deutschland ist hoffnungslos verschuldet und verschleudert weiter Millionen. Was ist das für eine Revolution, die selbst mit massiver Bomberunterstützung der NATO kaum Fortschritte macht? Wer füllt sich hier mit unseren Steuergeldern die Taschen? Das eigentliche Drama ist aber, dass man als deutscher Staatsbürger gar keine Alternative hat. Alle anderen Parteien fahren diesselbe Politik: Geld verteilen, Geld verschenken, Geld versenken ...
c++ 24.07.2011
5. .
Die NATO bombardiert doch schon seit vielen Monaten Gaddafis Kommandozentrale. Wie lange dauert es denn noch, bis die kaputt ist. Gleiches gilt für die Waffendepots. Wenn Libyen in einem dieser Waffendepots noch Waffen liegen haben sollte, müssen diese Depots entweder unzerstörbar sein oder die Libyer sind selten dämlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.