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Krieg in Libyen: Rebellen erobern Adschdabija zurück

Die Aufständischen in Libyen beweisen Stärke: Nach heftigen Kämpfen haben sie eigenen Angaben zufolge die Stadt Adschdabija wieder eingenommen. Auch in Misurata haben sie demnach einen Angriff von Gaddafi-Truppen zurückgeschlagen.

Heftige Kämpfe in Adschdabija: Ein Panzer des Gaddafi-Militärs brennt Zur Großansicht
AP

Heftige Kämpfe in Adschdabija: Ein Panzer des Gaddafi-Militärs brennt

Tripolis/Istanbul - Die libyschen Rebellen liefern sich weiter heftige Kämpfe mit Soldaten des Despoten Muammar al-Gaddafi. Die Aufständischen feierten dabei am Montag militärische Erfolge. Im Osten des Landes nahmen sie die Stadt Adschdabija wieder ein, wie Medien der Rebellen meldeten. Sie erklärten außerdem, ihren Kämpfern in der westlichen Stadt Misurata sei es gelungen, einen Angriff der Gaddafi-Truppen zurückzuschlagen.

Unklar blieb derweil, was aus der Friedensinitiative der Afrikanischen Union (AU) wird. Nachdem Gaddafi am Sonntagabend eine hochrangig besetzte AU-Delegation empfangen hatte, kündigte der Präsident von Südafrika, Jacob Zuma, in der Nacht überraschend seine Abreise an. Er nannte "Verpflichtungen, die mich zur Abreise zwingen".

Einige der Aufständischen werteten dies als Indiz dafür, dass Zuma, der als einziges Delegationsmitglied aus einem "demokratischen Land" stamme, nach dem Treffen mit Gaddafi ernüchtert gewesen sei. Die Delegation, zu der auch die Staatsoberhäupter von Mauretanien, Mali und dem Kongo gehörten, wollte am Montag auch mit den Aufständischen im Osten Libyens sprechen. Diese lehnen jeden Vorschlag ab, der keinen Machtverzicht Gaddafis und seiner Söhne vorsieht. Die AU will einen Waffenstillstand und einen Dialog der Aufständischen mit der libyschen Führung in Tripolis herbeiführen.

Zuletzt hieß es, Gaddafi habe einen Friedensplan der AU angenommen. Er sehe unter anderem eine sofortige Waffenruhe vor. Die Präsidenten von Südafrika, Mali, Mauretanien, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo hatten Gaddafi ihre Vorstellungen präsentiert. Außerdem habe sich Gaddafi ohne nähere Erläuterung bereit erklärt, die Forderungen der libyschen Opposition zu diskutieren.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte Zweifel an der Bereitschaft Gaddafis zu einem Waffenstillstand. Die Bemühungen um einen Waffenstillstand seien richtig, sagte Westerwelle am Montag in Berlin. "Aber bisher hat das Regime Gaddafi allen Ankündigungen niemals Taten folgen lassen", fügte er hinzu. Die deutsche Einschätzung bleibe daher richtig, dass es in Libyen keine militärische Lösung geben werde. "Deswegen ist es jetzt auch die oberste Priorität für die internationale Gemeinschaft, auf eine politische Lösung hin zu drängen, damit auch die Waffen schweigen können", sagte der Außenminister.

hen/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Gaddafis Brief an Obama, wo?
kommunikationsblase 11.04.2011
Möglicherweise haben die grossen deutschen Presseorgane den Brief den Gadaffi an Obama geschickt hat NICHT vorliegen und konnten diesen somit selber nicht lesen. Dann stellt sich jedoch die Frage wie die Presse aus diesem Brief einzelne Sätze / Passagen zitieren konnte. Wenn der deutschsprachigen Presse dieser Brief jedoch tatsächlich in voller Länge vorliegt, dann stellt sich die Frage weshalb kein einziger Medienkonzern diesen Brief ganz veröffentlicht hat. 10 Minuten lang habe ich im Internet nach dem Brief gesucht. Ich möchte in unserer Mediendemokratie das Original in seiner vollen Länge lesen (drei Seiten). Den Brief von Gaddafi an Obama kann man im Internet nicht finden, weil kein Presseorgan das Ihnen vorliegende Dokument in voller Länge zitieren möchte? Oder weil sie es dem Volk vorenthalten? Einzelne Passagen daraus kann die Presse zitieren. Aber der Rest ist nicht zu finden. Ich verstehe das nicht. Um Aufklärung durch andere Forenteilnehmer wird herzlich gebeten!
2. gaddafis brief an obama
mida2 11.04.2011
der brief ist bei aljazeera verfügbar: http://blogs.aljazeera.net/live/africa/libya-live-blog-april-6#update-23941
3. Gaddafis Brief
christiancf 11.04.2011
Gleich die ersten Treffer in Google: http://www.businessinsider.com/qaddafi-obama-letter-2011-4 Zugegeben jedoch, dass ich für den Brief auf Anhieb auch keine vollständige deutsch-übersetzte Version bei einem deutschen "Presseorgan" gefunden habe. Aber wer sich selbst ein ungetrübtes Bild machen will, sollte sowieso im Original lesen.
4. WER kämpft fuer Gaddafi?
january54 11.04.2011
http://english.aljazeera.net/indepth/features/2011/04/20114818291705627.html Interessant! Gaddafi muss weg!Kaum jemand in Libyen steht offen und "freiwillig"zu ihm. Einzig seine "Privatmilitzen"und gekaufte"Söldner"aus Osteuropa ,denke ich ,führen seinen Kampf!
5. Haben sie nun zurückerobert oder nicht?
deppjones 11.04.2011
Was ist denn das für eine gut recherchierte Mitteilung? Haben die Rebellen die Rückeroberung geschafft oder behaupten sie das nur? Was will uns diese Mitteilung auf SPON denn nun sagen?
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Libyen: Gefahr durch mobile Flugabwehrraketen

Was Staaten zum Militäreinsatz in Libyen beitragen
Frankreich
Frankreich verfügt über rund hundert Kampfflugzeuge, vorwiegend vom Typ "Rafale" und "Mirage 2000", sowie Awacs-Flugzeuge zur Luftraumüberwachung. Zunächst kamen 33 Kampfflugzeuge zum Einsatz. Paris schickte zudem den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" vom südfranzösischen Hafen Toulon aus in Richtung Libyen. Die Stützpunkte Solenzara auf Korsika und N'Djamena im Tschad können als Basis benutzt werden.
Großbritannien
Großbritannien hat Kampfflugzeuge vom Typ "Tornado" und "Eurofighter" in die Nähe von Libyen, auf den italienischen Stützpunkt Gioia del Colle, verlegt. Dort sind auch Awacs-Maschinen stationiert. Insgesamt sind derzeit 17 Maschinen im Einsatz. Zudem befinden sich die Fregatten "Westminster" und "Cumberland" im Mittelmeer.
USA
Die Vereinigten Staaten haben auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien F-15- und F-16 Kampfflugzeuge stationiert. Bisher waren 90 Maschinen an den Einsätzen beteiligt. Der Helikopterträger "Bataan" und zwei weitere Kriegsschiffe sollen am Mittwoch von den USA ins Mittelmeer aufbrechen, wo sie die Helikopterträger "Kearsarge" und "Ponce" ablösen sollen. Zudem befinden sich derzeit die Zerstörer "Barry" und "Stout" im westlichen Mittelmeer. Beide haben Marschflugkörper vom Typ "Tomahawk" an Bord, die am Wochenende eingesetzt werden und auch von U-Booten abgefeuert wurden.
VAE und Katar
Die Vereinigten Emirate (VAE) und Katar beteiligen sich ebenfalls an dem Einsatz. Die VAE entsenden zwölf Kampfflugzeuge zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen. Die jeweils sechs Flugzeuge der Typen F-16 und Mirage sollen sich an Patrouillenflügen zur Überwachung des von den Vereinten Nationen verhängten Flugverbots beteiligen. Katar nimmt mit vier Flugzeugen an dem Militäreinsatz teil.
Italien
Italien hat die Nutzung von sieben Luftwaffenstützpunkten angeboten. Die Luftwaffe hat mit 16 Maschinen in die Libyen-Mission eingegriffen, ein Kriegsschiff kam ebenfalls zum Einsatz.
Spanien
Spanien stellt vier F-18-Kampfjets, ein Flugzeug für die Luftbetankung, ein Marineüberwachungsflugzeug, eine Fregatte und ein U-Boot ab.
Kanada
Kanada hat die Beteiligung von sieben CF-18-Jagdbombern und vier weiteren Maschinen zugesagt, die in Italien stationiert werden. Zudem befindet sich die Fregatte "Charlottetown" in der Region.
Dänemark
Dänemark entsendet vier F-16-Jagdflugzeuge, zwei Reservekampfjets, ein Transportflugzeug auf einen Stützpunkt auf Sizilien.
Norwegen
Norwegen hat sechs F-16-Maschinen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen bereitgestellt.
Belgien
Belgien hat die Beteiligung seiner sechs bei der Nato eingesetzten F-16-Jagdflugzeuge sowie den Einsatz eines Minenjagdboots angeboten.
Niederlande
Die Niederlande beteiligen sich mit sieben Kampfflugzeugen und einem Schiff an der Militäraktion.
Griechenland
Griechenland stellt Stützpunkte, zwei Flugzeuge und ein Kriegsschiff zur Verfügung.
Rumänien und Bulgarien
Aus Rumänien und Bulgarien wurde je ein Kriegsschiff in die Krisenregion verlegt.
Türkei
Die Regierung in Ankara trägt mit sieben Flugzeugen zu der Mission bei, darunter sechs F-16-Jets. Außerdem sind vier türkische Fregatten, ein U-Boot und ein Versorgungsschiff im Einsatz.
Fotostrecke
Krieg in Libyen: Rebellen-Vorstoß scheitert

Fläche: 1.676.198 km²

Bevölkerung: 6,253 Mio.

Hauptstadt: Tripolis

Staatsoberhaupt:
Akila Salih Issa

Regierungschef: Fayez al-Sarraj (nominiert)

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