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13. Oktober 2010, 12:24 Uhr

Krieg in Nordafghanistan

US-Spezialeinheiten töten Taliban-Anführer in Kunduz

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Der Getötete galt bei der Bundeswehr als Feind, war zur Fahndung ausgeschrieben: Unweit des deutschen Camps haben US-Einheiten bei Kunduz gezielt einen Kommandeur der Taliban getötet. Insgesamt schalteten die USA in Nordafghanistan schon 18 Anführer der Radikalen aus.

Berlin - Die US-Streitkräfte in Afghanistan setzen ihre tödliche Jagd auf die Führungsspitze der Taliban und anderer Aufständischer im Einsatzgebiet der Bundeswehr unnachgiebig fort. Laut einer neuen Mitteilung des Hauptquartiers der internationalen Truppen in Afghanistan wurde bereits am Montag nahe des deutschen Feldlagers in Kunduz ein weiterer Taliban-Kommandeur gezielt getötet. Demnach kamen der Kommandeur Shirin Agha und einer seiner Getreuen bei einem gezielten Luftschlag ums Leben. Zivilisten sollen nicht zu Schaden gekommen sein.

Der Luftschlag beweist erneut die Entschlossenheit der US-Einheiten, seit der Truppenaufstockung im Sommer dieses Jahres mit gezielten Zugriffen und Luftschlägen die Hierarchie der Taliban zu schwächen oder gar auszuschalten. Jeden Tag kommen aus allen Teilen des Landes, aber vor allem aus dem Süden, Osten und dem Einsatzgebiet der Bundeswehr, Meldungen über solche Militärschläge. Hinter den in den Berichten erwähnten Koalitionstruppen stecken meist Spezialeinheiten der US-Armee und von ihnen trainierte Afghanen.

Mit der gezielten Tötung des Kommandeurs Shirin Agha haben die US-Kräfte erneut einen erklärten Feind der Bundeswehr ausgeschaltet. Der Taliban galt als Anführer einer ganzen Gruppe von Aufständischen in der Region Gor Tepa nordwestlich des deutschen Feldlagers und wird verdächtigt, auch an Anschlägen gegen die Bundeswehr beteiligt gewesen zu sein. Die Deutschen hatten ihn dieses Jahr auf der Fahndungsliste der Nato, intern "Joint Prioritized Effects List" (JPEL) genannt, zur Festnahme ausgeschrieben, dort wurde er unter der Nummer 3145 geführt.

Das Hauptquartier in Kabul bezeichnete die Operation gegen Shirin Agha und ähnliche Missionen am Dienstag als vollen Erfolg. Erstmals seit dem Beginn der Kampagne gegen die Taliban-Führer zog die Allianz eine Bilanz der Operationen. Demnach seien in Nordafghanistan in den vergangenen Monaten 18 Anführer der Taliban getötet oder gefasst worden. "Jeder Anführer, den wir vom Kampffeld entfernen, erhöht die Sicherheit für die Einwohner", sagte ein Sprecher. Zugleich kündigte er an, dass die Koalitionskräfte ihre Jagd auf die Taliban-Spitze weiterführen werden.

Die Bundeswehr beteiligt sich bisher nicht an den meist in der Nacht stattfindenden Zugriffen der Eliteeinheiten der USA. Zwar sind die Missionen mit dem Hauptquartier der deutschen Truppen in Masar-i-Scharif abgestimmt, damit deutsche Einheiten den Amerikanern nicht in die Feuerlinien laufen. Eine aktive Beteiligung deutscher Soldaten oder des Kommandos Spezialkräfte (KSK) ist politisch nicht erwünscht. Die Bundeswehr betont auch immer wieder, dass sie Personen nur zur Festnahme und nicht mit dem Ziel der Ausschaltung auf die Fahndungslisten der Nato setzt.

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