Syrien-Konflikt: Assad-General läuft zu Rebellen über
Ein weiterer Schlag für Syriens Diktator Baschar al-Assad: Ein hochrangiger General und 20 seiner Soldaten sind zur Opposition gewechselt. Experten glauben, dass Assad kaum noch auf loyale Kämpfer vertrauen kann.
Damaskus - In Syrien haben nach Angaben von Aktivisten am Samstag ein General und 20 Soldaten von der syrischen Armee auf die Seite der Opposition gewechselt. Experten werteten die beiden unabhängigen Vorfälle als weiteres Signal für die Schwächung der Truppen von Präsident Baschar al-Assad.
Der desertierte General Mohammed Chaluf erklärte in einem von dem Fernsehsender Al Arabiya ausgestrahlten Video, er habe seine Flucht seit längerem geplant. Wer jetzt noch zu dem Regime stehe, müsse starke persönliche Sonderinteressen verfolgen, erklärte Chaluf. Seit Beginn des Volksaufstandes gegen Assad vor zwei Jahren sind nach UN-Schätzungen mehr als 70.000 Menschen getötet worden. Der Aufstand ist zu einem Bürgerkrieg ausgeartet.
In der umkämpften Wüstenstadt Palmyra sollen laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 20 Soldaten der Assad-Armee von ihren Posten geflohen sein. Die britische Nichtregierungsorganisation berichtete, dass die Soldaten nach zweitägigen Gefechten desertierten, um sich in der ländlichen Umgebung zu verstecken.
Laut einer Studie des "International Institute for Strategic Studies" (IISS) ist die Armee des syrischen Diktators durch die Verluste und die sinkende Moral in der Truppe erheblich geschwächt. Das IISS schätzt, dass Assad nur noch auf die Loyalität von rund 50.000 Soldaten zählen kann, die meisten davon gehören Assads Volksgruppe der Alawiten an. Zu Beginn des Konflikts war die syrische Armee noch 300.000 Mann stark.
ade/AP/Reuters
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