Krieg in Syrien Assad schließt Zusammenarbeit mit Westen aus

Syriens Machthaber Assad hat dem Westen "Verbindungen zum Terrorismus" vorgeworfen. Ein Ende der Kampfhandlungen schloss er aus.

Baschar al-Assad
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Baschar al-Assad


Syriens Präsident Baschar al-Assad lehnt jede Kooperation mit dem Westen ab, solange dieser nicht seine "Verbindungen zum Terrorismus" kappe. In einer Rede vor syrischen Diplomaten im Außenministerium in Damaskus schloss er am Sonntag eine Sicherheitskooperation ebenso aus wie die Wiedereröffnung westlicher Botschaften in seinem Land.

Für "einige Staaten, die sagen, dass sie eine Lösung (des Konflikts) anstreben, gibt es keine Rolle", sagte er nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana. Die Syrer hätten in dem Bürgerkrieg einen hohen Preis bezahlt, erklärte Assad weiter. "Aber es ist uns gelungen, das Projekt des Westens zum Scheitern zu bringen."

Der Kampf gehe dennoch weiter, auch wenn es "Anzeichen des Sieges" gebe. Syrien habe vom ersten Moment an den Terror bekämpft und werde ihn in Kooperation mit seinen Freunden weiterhin an jedem Ort zerschlagen, sagte der Staatschef. Mit der Hilfe Russlands, Irans und der libanesischen Hisbollah-Miliz sei die syrische Armee in der Lage gewesen, Erfolge auf dem Schlachtfeld zu erreichen.

Westliche Staaten wie die USA, Deutschland oder Großbritannien hatten ihre Botschaften in Damaskus im Frühjahr 2012 geschlossen. Zuletzt gab es aber immer wieder Spekulationen, sie könnten sich am Wiederaufbau zerstörter Regionen in dem Bürgerkriegsland beteiligen.

Assad kritisierte auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als "politischen Bettler", der mit "der Unterstützung von Terroristen" bloßgestellt worden sei. Die Türkei sei nicht vertrauenswürdig.

Seit Jahresbeginn gilt in Syrien offiziell eine Waffenruhe, die von Russland, der Türkei und dem Iran garantiert wird. Auch sind sogenannte Deeskalationszonen eingerichtet worden, in die sich Zivilisten flüchten können.

Türkische Soldaten waren im vergangenen Sommer erstmals in Syrien einmarschiert, um IS-Terroristen und Rebellen der kurdischen YPG aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Nun gab Präsident Recep Tayyip Erdogan bekannt, auch die Kurden im nordsyrischen Kanton Afrin bekämpfen zu wollen.

vks/lov/AP/dpa/Reuters



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