Syrische Rebellenberichte: Assad-Truppen töten Gläubige vor Moschee
Syrische Soldaten sollen bis zu 30 Gläubige vor einer Moschee erschossen haben. Sie waren auf dem Weg zum Ramadan-Gebet, berichten oppositionelle Aktivisten. Tausende Regierungssoldaten sind auf dem Weg nach Aleppo, Kampfhubschrauber beschießen die Stadt.
Beirut - Es ist eine neue Eskalationsstufe der Gewalt: Syrische Regimetruppen haben nach Angaben von Aktivisten in der nordwestlichen Stadt Hama in eine Menge von Gläubigen geschossen. Diese wollten auf dem Weg zum Ramadan-Gebet eine Moschee betreten, hieß es. Dabei seien 25 Menschen getötet und mindestens zehn weitere verletzt worden, sagte ein syrischer Aktivist aus dem Norden Libanons der Nachrichtenagentur dpa.
"Regierungstruppen und Milizen überquerten Straßensperren am Rande der Stadt Shariaa und begannen mit automatischen Gewehren auf Gläubige zu schießen, als diese die Moschee betraten", berichtete ein anderer Augenzeuge per Telefon der Nachrichtenagentur Reuters.
Unterdessen haben sich Tausende syrische Soldaten vom strategischen Stützpunkt Jabal Al-Zawiya zurückgezogen und sind auf dem Weg Richtung Aleppo, berichtet ein Aktivist. Die Finanzmetropole blieb lange von dem Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad verschont. "Die gute Nachricht ist, dass die Soldaten Jabal al-Zwiya verlassen haben. Die schlechte Nachricht ist, dass sie Richtung Aleppo ziehen", sagte ein weiterer Rebell der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Stadt wird von Kampfflugzeugen und Hubschraubern bombardiert, wie mehrere Quellen berichteten. Auch die Artillerie sei im Einsatz gewesen. Die Kämpfe am Unesco-Weltkulturerbe toben seit vier Tagen. Es ist unklar, wie viele Regierungstruppen sich auf dem Weg nach Aleppo befinden.
Die Türkei verlegte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan unterdessen eine Chemiewaffeneinheit an die Grenze zu Syrien. Das Außenministerium in Damaskus hatte am Montag erstmals den Besitz von Chemiewaffen eingeräumt und erklärt, diese könnten gegen ausländische Streitkräfte eingesetzt werden. Gegen die Rebellen kämen sie dagegen nicht zum Einsatz.
Der Sohn des ehemaligen syrischen Verteidigungsministers Manaf Tlas verurteilte unterdessen das syrische Militär. "Die ehrenwerten Soldaten im Militär werden diese Verbrechen nicht dulden", sagte Tlas zum Fernsehsender al-Arabiya. Syrien müsse zusammenarbeiten, um ein neues demokratisches Land aufzubauen, sagte Tlas, der von den Assad-Truppen übergelaufen ist.
lei/dpa/Reuters
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