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Assads Krieg: Syrische Raketen schlagen in Jordanien ein

Der Bürgerkrieg in Syrien gefährdet auch Menschenleben in den Nachbarländern: In Jordanien sind vier syrische Raketen eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein kleines Kind. In Syrien selbst geht das Blutvergießen weiter, die Uno-Beobachter haben das Land verlassen.

Zerstörtes Gebäude in Aleppo: Der Krieg geht weiter - die Uno-Beobachter ziehen ab Zur Großansicht
AP

Zerstörtes Gebäude in Aleppo: Der Krieg geht weiter - die Uno-Beobachter ziehen ab

Amman - Jordanien reagiert mit zunehmender Schärfe auf das Vorgehen syrischer Truppen an der Grenze beider Länder. Erneut seien syrische Granaten auf jordanisches Gebiet geschossen worden, sagte ein Regierungssprecher in Amman. Den Angaben zufolge wurden bei dem Zwischenfall ein fünf Jahre altes Mädchen und vier andere Menschen verletzt. Die jordanische Regierung habe den Botschafter Syriens einbestellt. Der jordanische Informationsminister Samih al-Maajta erklärte, dem Botschafter sei mitgeteilt worden, Damaskus müsse sicherstellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen wird. Die Raketen seien in der Nähe der syrischen Grenzstadt Daraa eingeschlagen.

Dies ist bislang die stärkste offizielle Reaktion der jordanischen Regierung auf mehrere Schusswechsel beider Länder in der Grenzregion. Regierungsvertreter in Amman berichteten jüngst, die syrische Armee feuere auf Flüchtlinge und Unterstützer des Aufstands gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad. Zehntausende von Syrern sind wegen der Kämpfe in der Heimat bereits nach Jordanien geflohen.

Von dem Krieg in Syrien wird das Ausland in Zukunft womöglich noch weniger Informationen erhalten. Die Uno-Beobachtermission Unsmis ist am Sonntag zu Ende gegangen. Der Sicherheitsrat hatte entschieden, das Mandat der im April nach Syrien entsandten Beobachter nicht zu verlängern. Anstatt wie geplant einen Waffenstillstand zu überwachen, hatte die Uno-Truppe hilflos zugesehen, wie das Land immer tiefer im Bürgerkrieg versank.

Assad zeigt sich erstmals nach einem Monat

Ersetzt werden soll Unsmis durch ein politisches Verbindungsbüro der Vereinten Nationen in Damaskus. Gleichzeitig tritt der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi die Nachfolge von Kofi Annan als Uno-Vermittler im Syrien-Konflikt an. Annan hatte keinen Erfolg vorweisen können und deshalb aufgegeben.

Syrische Oppositionelle äußerten sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten der Mission Brahimis. Die syrische Führung begrüßte dagegen seine Ernennung.

Machthaber Assad hatte sich am Wochenende erstmals seit einem Monat wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Während Aktivisten aus mehreren Vierteln von Damaskus am Sonntag Kämpfe meldeten, strahlte das staatliche Fernsehen Aufnahmen von Assad beim Morgengebet in einer Moschee der Hauptstadt aus. Am Sonntag feierten die sunnitischen Muslime das Fest des Fastenbrechens zum Ende des Ramadan.

Die Aufnahmen des Staatsfernsehens zeigten Assad mit verschränkten Beinen auf dem Boden der Moschee sitzen und einer Predigt lauschen. Darin wurden die USA, Israel, der Westen und arabische Staaten als Drahtzieher einer Verschwörung gegen Syrien angeklagt. Entgegen sonstiger Gewohnheit zeigte das Staatsfernsehen weder die Ankunft noch den Aufbruch Assads und seines Gefolges.

Nach Berichten der Lokalen Koordinierungskomitees vom Sonntag kamen bei Gewalttaten in Syrien im islamischen Fastenmonat Ramadan mehr als 4685 Menschen ums Leben, darunter Hunderte Frauen und Kinder. Am Sonntag starben nach Berichten von Oppositionellen 170 Menschen.

anr/dpa/Reuters

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1.
spatenheimer 20.08.2012
Zitat von sysopAPDer Bürgerkrieg in Syrien gefährdet auch Menschenleben in den Nachbarländern: In Jordanien sind vier syrische Raketen eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein kleines Kind. In Syrien selbst geht das Blutvergießen weiter, die Uno-Beobachter haben das Land verlassen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850897,00.html
Ach das ist doch alles nur NATO-Propaganda.
2. Chili Pepper
robert.haube 20.08.2012
Das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans wird von allen Muslimen gefeiert und nicht nur von den Sunniten, wie der obige Artikel unterstellt. Da durch die Einbestellung des syrischen Botschafters (übrigens nicht zum ersten Mal) durch die jordanische Regierung sich deren Reaktion angeblich mit "zunehmender Schärfe" zeigt, müssten Assads Tage jetzt doch endgültig "gezählt" sein. (??)
3. Da
crocodil 20.08.2012
werden sich ja viele Waffenexporteure die Hände reiben, wenn mal wieder einige Kalaschinkows oder SAM Raketen braucht.
4.
bauklotzstauner 20.08.2012
Zitat von sysopAPDer Bürgerkrieg in Syrien gefährdet auch Menschenleben in den Nachbarländern: In Jordanien sind vier syrische Raketen eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein kleines Kind. In Syrien selbst geht das Blutvergießen weiter, die Uno-Beobachter haben das Land verlassen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850897,00.html
Kann SPON diese dumme Propaganda mal einstellen? Was heißt hier: "Assads Krieg"? Das ist nicht *sein* Krieg! Und sowas an einem TAg, an dem bekannt wurde, daß sogar der BND die "Rebellen" aktiv unterstützt, indem er ihnen über die CIA die Truppenbewegungen der Armee zukommen läßt. Leute, das ist ein aktiver Bruch des Völkerrechtes! Es gibt eine UN-Charta, in der jede Eimischung in innere Angelegenheiten von Staaten, insbesondere kriegerische, bzw. der Versuch, von außen die Regierung zu stürzen, eindeutig verboten sind! Alle UN-Staaten haben das anerkannt!
5.
trubeldubel 20.08.2012
Zitat von sysopAPDer Bürgerkrieg in Syrien gefährdet auch Menschenleben in den Nachbarländern: In Jordanien sind vier syrische Raketen eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein kleines Kind. In Syrien selbst geht das Blutvergießen weiter, die Uno-Beobachter haben das Land verlassen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850897,00.html
Dann werden also Terroristen auf der Flucht bekämpft. Das ist ok. Die Stadt Daraa ist nur 4-5km von der Jordanischen Grenze entfernt. Diese Entfernung ist innerhalb einiger Minuten per Pickup zu überwinden. Also: Kurz von Jordanien nach Daraa, dort rumballern, dann wieder schnell weg. Ich hoffe, dass die Syrische Armee der Lage im Land Herr wird und endlich wieder für alle Frieden und Ruhe einzieht. Dann sollte auch Jordanien wieder Ruhe haben.
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Hauptstadt: Damaskus

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Regierungschef: Wail al-Halki

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Syrien: Uno-Beobachter gehen, Assads Truppen greifen an


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