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Kriegsbilanz: 2000 US-Soldaten und 30.000 Zivilisten starben im Irak

Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2000 US-Soldaten ums Leben gekommen. "Wir haben einige unserer besten Männer und Frauen verloren", sagte US-Präsident George W. Bush. Die Zahl der im gleichen Zeitraum getöteten Iraker wird auf etwa 30.000 geschätzt.

Bagdad - Der zweitausendste im Irak getötete US-Soldat war der 34-jährige Unteroffizier George Alexander, der in einem Lazarett in Texas seinen Verletzungen erlag, die er bei der Explosion einer Bombe in der mittelirakischen Stadt Samarra erlitt.

Trauer um tote US-Soldaten:  "Unsere besten Männer und Frauen"
REUTERS

Trauer um tote US-Soldaten: "Unsere besten Männer und Frauen"

Von den 2000 Todesfällen in den Reihen der US-Streitkräfte sind nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mindestens 1557 auf direkte Aktionen des Gegners zurückzuführen, bei den übrigen handelt es sich unter anderem um Unfälle. Die Zählung der Nachrichtenagentur AP ist um sieben Todesfälle höher als die Statistik des Pentagons.

Die meisten Todesfälle erstrecken sich auf die Zeit nach dem 1. Mai 2003, als Präsident Bush den größten Teil der Kampfhandlungen für beendet erklärt hatte. Seitdem wurden 1861 Angehörige der US-Streitkräfte getötet.

Die britischen Truppen haben bisher 97 Todesfälle registriert. Auch kamen 27 Soldaten aus Italien, 18 aus der Ukraine, 17 aus Polen, 13 aus Bulgarien, 11 aus Spanien und 3 aus der Slowakei ums Leben. Die Streitkräfte Dänemarks, El Salvadors, Estlands, der Niederlande und Thailands verloren jeweils zwei Soldaten. Außerdem wurden ein ungarischer, ein kasachischer und ein lettischer Soldat getötet.

Auf Seiten der Iraker kamen nach Erhebungen der britischen Antikriegsgruppe Iraq Body Count 26.690 bis 30.051 Zivilpersonen ums Leben. Diese Schätzung könnte realistisch sein, sagte der amerikanische Militärsprecher Steve Boylan in Bagdad. Allein in den vergangenen sechs Monaten wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mindestens 3870 Iraker getötet.

"Wir haben im Krieg gegen den Terror einige unserer besten Männer und Frauen verloren", sagte Bush gestern vor Offiziersfrauen auf dem Luftwaffenstützpunkt Bolling. "Die beste Art, das Opfer unserer gefallenen Truppen zu ehren, besteht darin, die Mission zu vollenden und durch die Verbreitung der Freiheit den Grundstein für Frieden zu legen."

Der Senat gedachte gestern mit einer Schweigeminute der im Irak getöteten Soldaten. Mehrere Senatoren der Demokratischen Partei kritisierten die Regierung und forderten eine klare Strategie zur Beendigung des Einsatzes im Irak. Die Zustimmung für Bush in der amerikanischen Bevölkerung ist seit Anfang August unverändert auf dem niedrigsten Wert seit Beginn seiner Regierungszeit. Eine Erhebung der Nachrichtenagentur AP mit dem Institut Ipsos ergab jetzt eine Unterstützung von 37 Prozent für den Präsidenten.

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