Kriegsdiplomatie Saudis geben Stützpunkte für Irak-Krieg frei

Saudi-Arabien ist offenbar bereit, den Vereinigten Staaten im Fall eines Krieges gegen den Irak die Nutzung seiner Luftwaffenstützpunkte zu erlauben. Bisher hatte die saudische Regierung immer beteuert, sie werde für einen Angriff auf Saddam Hussein keine militärischen Einrichtungen zur Verfügung stellen.


George Bush: Wichtiger Verbündeter lenkt ein
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Washington - Die "New York Times" berichtete am Samstag unter Berufung auf führende US-Militärs, die USA dürften auch eine wichtige Kommandozentrale nutzen. "Ich glaube fest, dass die Saudis uns all die Zusammenarbeit geben werden, die wir brauchen", sagte der Stabschef der US-Luftwaffe, John Jumper, dem Blatt.

"Alle Anzeichen, die ich habe, bedeuten, dass wir ziemlich viel von dem bekommen werden, worum wir gebeten haben." Im November hatte Prinz Saud erklärt, Saudi-Arabien werde den USA nicht erlauben, seine Einrichtungen für einen Angriff auf Irak zu nutzen.

Eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Die saudiarabische Botschaft in Washington war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Die Zeitung zitierte in ihrer Online-Ausgabe US-Kommandeure mit den Worten, sie hätten die persönliche Zusicherung erhalten, dass sie eine hoch entwickelte Kommandozentrale auf dem Prinz-Sultan-Luftwaffenstützpunkt bei Riad nutzen dürften. Außerdem könnten Flugzeuge der Allianz von saudiarabischen Luftwaffenstützpunkten starten und den Luftraum des Landes für Einsätze in Irak nutzen.

US-Militärstrategen hatten sich in den vergangenen Monaten in der Golf-Region um Alternativen zu Saudi-Arabien bemüht, sollte das Land es ablehnen, in einem Krieg gegen Irak der US-Luftwaffe als Bereitstellungsraum zu dienen. Im Golf-Krieg 1991, der der Invasion Kuwaits durch Irak folgte, war Saudi-Arabien das wichtigste Aufmarschgebiet der Alliierten gewesen.

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