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Kriegskosten: USA treiben weltweite Rüstungsausgaben auf Rekordhoch

900 Milliarden Euro wurden 2006 weltweit für militärische Zwecke ausgegeben. Und die USA liegen mit großem Abstand an der Spitze: 396,2 Milliarden Euro, 42 Prozent der globalen Rüstungsausgaben entfallen auf die Vereinigten Staaten, ermittelte das Friedensforschungsinstitut Sipri.

Stockholm - Ausschlaggebend für die neuen Rekordausgaben der USA im Jahre 2006 sei der von der US-Regierung ausgerufene "Krieg gegen den Terror", teilte das Stockholmer Institut Sipri mit. Washington habe im vergangenen Jahr umgerechnet 396,2 Milliarden Euro für militärische Zwecke ausgegeben. Damit standen die Amerikaner alleine für 42 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben.

Spitzen-Waffentechnik: Eine US-amerikanische F/A-18A Hornet hebt von einem Flugzeugträger im Golf südlich des Iraks ab.
REUTERS

Spitzen-Waffentechnik: Eine US-amerikanische F/A-18A Hornet hebt von einem Flugzeugträger im Golf südlich des Iraks ab.

Schon 2005 waren die USA auf diesem Sektor Spitze gewesen. "Wir wissen, dass Millionen Leben gerettet werden könnten durch grundsätzliche Gesundheits-Maßnahmen, die einen Bruchteil dessen kosten würden, was die Welt jedes Jahr für Militärkräfte ausgibt", erklärte die Sipri-Militärexpertin Elisabeth Sköns.

Weltweit wurden demnach im vergangenen Jahr nach Angaben der schwedischen Friedenforscher umgerechnet 900 Milliarden Euro und damit pro Kopf der Weltbevölkerung 137 Euro für militärische Zwecke ausgegeben. Das waren 3,5 Prozent mehr als 2005. In den letzten zehn Jahren sind die Rüstungsausgaben damit weltweit um 37 Prozent gestiegen.

China überholte mit 37,1 Milliarden Euro erstmals Japan als das Land mit dem höchsten Militäretat Asiens. Indien ist der drittgrößte Waffenexporteur in Asien.

Beim internationalen Waffenhandel ermittelte Sipri in seinem neuen Jahrbuch über Rüstung und Abrüstung einen Anstieg um 50 Prozent seit 2002.

USA, Russland und Deutschland größte Waffenexporteure

Die beiden mit Abstand größten Exporteure waren dabei erneut die USA und Russland. Deutschland ist mit 3,9 Milliarden Euro der weltweit drittgrößte Waffenexporteur.

Die wichtigsten Abnehmer von Waffen waren 2006 China und Indien.

"Die USA und die Länder der Europäische Union sind weiterhin dabei, große Mengen von Waffen in den Nahen Osten zu liefern, trotz des Wissens, dass es sich dabei um eine höchst unberechenbare Gegend handelt", sagte Siemon Wezeman, Sipri-Projektmanager, anlässlich der Vorstellung des Berichts.

als/flo/dpa

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