Konflikt mit Ukraine Russland kündigt Verstärkung der Luftabwehr auf der Krim an

Die Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich weiter zu. Moskau will seine Truppen auf der Krim nun auch mit zusätzlichen hochmodernen Luftabwehrraketen ausrüsten.

Russisches S-400-Luftabwehrsystem nahe Moskau 2017
AFP

Russisches S-400-Luftabwehrsystem nahe Moskau 2017


Im Streit mit der Ukraine will Russland seine Luftabwehr auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim verstärken. In "naher Zukunft" werde eine weitere Einheit des Luftabwehrraketensystems S-400 auf der Krim stationiert, kündigte der Wehrbezirk Süd der russischen Streitkräfte in Rostow am Don an.

Ein konkreter Zeitplan und ein Ort der Stationierung wurden nicht genannt. Im September hatte die russische Agentur RIA Nowosti unter Berufung auf russische Sicherheitskreise berichtet, dass ein viertes S-400-System nahe der Kleinstadt Dschankoj auf der Krim installiert werden soll. Dschankoj liegt in der Nähe der von der Ukraine kontrollierten Gebiete.

Bereits drei S-400-Einheiten auf der Krim stationiert

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnte am Dienstagabend davor, dass Russland einen großangelegten Angriff auf sein Land planen könnte. Er warf Russland eine massive Truppenverlegung an die Grenze vor. Das ukrainische Parlament beschloss am Montagabend, ein 30-tägiges Kriegsrecht in Teilen des Landes zu verhängen. Es soll am Mittwoch in Kraft treten.

In den von Russland annektierten Krim-Orten Sewastopol, Jewpatorija und Feodossija stehen einer Zählung der Agentur Interfax zufolge bereits drei Einheiten der S-400. Mit einer Reichweite von 400 Kilometern könne die S-400 das gesamte Schwarze Meer und große Teile der Ukraine erfassen, sagte der ehemalige Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte, Wladimir Komojedow.

Eine militärische Konfrontation im Schwarzen Meer hatte zuvor die Krise zwischen Russland und der Ukraine verschärft. Russische Streitkräfte beschossen vor der Krim drei ukrainische Marineschiffe. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden dabei verletzt, insgesamt 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

apr/dpa/AFP



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