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Ukraine-Krise: Putin, der Verlierer

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AFP

Russischer Präsident Putin: Siege sehen anders aus

Der Westen macht in der Ukraine-Krise einen Denkfehler: Er redet sich ein, dass Wladimir Putin die Agenda bestimmt oder gar den Machtpoker gewonnen hat. In Wahrheit hat Russland schon jetzt auf ganzer Linie verloren.

Wenn die Bevölkerung der Krim im Referendum am Sonntag für einen Anschluss an Russland votiert, starten tags darauf eine oder mehrere Runden von Sanktionen und Gegensanktionen. Doch was aussieht wie Eskalation, ist nur der Epilog einer geschlagenen Schlacht.

Und ihr Verlierer heißt Wladimir Putin.

Nach westlicher Rationalität liegt das auf der Hand: Russland ist längst Teil der Weltwirtschaft, braucht zur Modernisierung des Landes ausländische Investitionen und Know-how. Davon schneidet Wladimir Putin sein Land ab, zum eigenen Schaden.

Von "Modernisierungspartnerschaft" mag selbst der notorische Russland-Versteher Frank-Walter Steinmeier nicht länger reden. Politisch hat Russland jenen Vorschuss verspielt, der dem Land mit der Aufnahme in den Zirkel der wichtigsten Industriestaaten der Welt (G7, G8) gewährt wurde. Es ist zurückgeworfen auf den Stand eines Schwellen- oder Entwicklungslandes. Und für die Anrainer Russlands hat Putin kein Angebot, das diese auch nur annähernd so attraktiv fänden wie das europäische: Wohlstand und Freiheit.

In der Folge wird Russland dahindämmern zwischen dem Westen und China. Selber schuld.

Aber auch in Putins eigener Rationalität ist die Ukraine-Krise eine Niederlage. Selbst wenn man sich auf die besondere Befindlichkeit einer gewesenen Supermacht und die psychopathologischen Reaktionsmuster großrussischen Denkens einlässt, bleibt das Ergebnis dasselbe: Vor der Krise hatte Putin eine folgsame Regierung in Kiew und einen gesicherten Status der russischen Flottenteile auf der Krim. In den Kategorien des 19. Jahrhunderts kontrollierte er also eine große Landmasse und hatte Zugang zu einem "warmen Meer". Nach der Krise bleibt der Zugang zum warmen Meer.

Siege sehen anders aus.

Vor der Krise balancierte die Ukraine zwischen Ost und West. Gewiss nicht immer glücklich, aber die Europäische Union dachte nicht im Traum daran, das Land je aufzunehmen. Jetzt treibt Putin die Ukraine weiter denn je nach Westen, und er zwingt die EU, eine Mitgliedschaft des Landes erstmals in Erwägung zu ziehen. Am Ende reicht der westliche Block mehrere hundert Kilometer weiter nach Osten als zuvor, bis an die Grenze Russlands. Putins Ziel war das Gegenteil.

Die Europäer müssen nun erkennen, dass sie das Spiel gewonnen haben - egal ob sie es ursprünglich spielen wollten oder nicht. Die "Neue deutsche Außenpolitik" sollte nicht länger grübeln, wie Putin zur Umkehr bewegt werden kann. Sondern überlegen, was sich mit diesem Sieg Kluges anfangen lässt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 439 Beiträge
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1. was kluges anfangen?
werano 14.03.2014
da bin ich mal gespannt auf ihre vorschläge herr Blome gruß werner p.s. der dax bewegt sich wieder in richtung normalität
2. Kluge Analyse
r.muck 14.03.2014
Man muss hoffen, dass Steinmeier und vor allem die USA-hörige Merkel dies aufmerksam liest.
3.
Pulmoll 14.03.2014
Herr Blome is das, was man einen schlechten Verlierer nennt. Russland wird zurückgeworfen auf den Status eines Schwell-oder Entiwcklungslandes. Selten so gelacht. Europe bietet Freiheit ( außer NSA - Überwachung ) und Wohlstand ( Außer für 1 EUR - Jobber, Geringverdiener, Zeitarbeiter und Harz IV Empfänger ) Dass SPON so einen Schmarrn auch noch abdruckt....
4. Spiel mit dem Feuer. Der kalte Krieg ist zurück.
pikeaway 14.03.2014
Zitat von sysopAFPDer Westen macht in der Ukraine-Krise einen Denkfehler: Er redet sich ein, dass Wladimir Putin die Agenda bestimmt oder gar den Machtpoker gewonnen hat. In Wahrheit hat Russland schon jetzt auf ganzer Linie verloren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim-ukraine-warum-putin-verloren-hat-der-kommentar-a-958597.html
Klingt wie lautes Pfeifen im Wald. Verlierer sind beide Seiten. Deutschland in erster Linie. Die USA können sich wieder einmal zurücklehnen. Wann spricht man endlich über Verhandlungen und freie Wahlen in der Ukraine.
5. sowas nennt man dann einen...
klaus47112 14.03.2014
Phyrrussieg! Wenn ein weiterer bankrotter Kostgänger in die EU aufgenommen wird! Wenn wir aus unseren Steuergeldern die Gasrechnung der Ukraine begleichen dürfen! Die Oligarchen lachen sich ins Fäustchen! Und die Amis haben gewonnen, Unfrieden in Europa, EU dadurch geschwächt, Krisenstimmung immer gut für den Dollar, Förderlizenzen vor der Krim für Exxon und Shell! Fracking wird aus der Not salonfähig... Und der Michel begreift 100 Jahre nach Beginn des WK1 nichts, Garnichts!
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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