Krimkrise Maas fordert Freilassung der ukrainischen Seeleute

Bundesaußenminister Maas hat es begrüßt, dass Russland wieder Schiffe durch die Meerenge von Kertsch fahren lässt. Moskau müsse aber auch die gefangen genommenen ukrainischen Seeleute wieder freilassen.

Heiko Maas
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Russland hat damit begonnen, Schiffen den Zugang zu ukrainischen Häfen am Asowschen Meer zu gestatten - ein möglicher Schritt zur Entschärfung der Krise zwischen beiden Ländern. Der ukrainische Infrastrukturminister Wolodymyr Omeljan berichtete, Moskau habe die Blockade der beiden Haupthäfen Mariupol und Berdjansk teilweise aufgehoben. Schiffe gelangten demnach durch die Straße von Kertsch zu den Häfen.

Die Meerenge verbindet das Schwarze Meer mit dem kleineren Asowschen Meer. Sie liegt zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim. Der Weg zu den ukrainischen Häfen führt allein über dieses strategisch wichtige Nadelöhr.

Bundesaußenminister Heiko Maas sprach von einem guten Schritt. Russland müsse nun aber auch die gefangen genommenen ukrainischen Staatsbürger sofort wieder freilassen, forderte der SPD-Politiker am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. Nur so könne der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine deeskaliert werden. "Wir halten die Situation nach wie vor für beunruhigend und sind auch besorgt", sagte Maas.

Die russische Küstenwache hatte vor gut einer Woche drei ukrainische Marineboote gewaltsam an der Fahrt durch die Meerenge von Kertsch ins Asowsche Meer gehindert. Die Boote samt Besatzung wurden festgesetzt.

Ukraine will verurteilte Russen gegen Matrosen eintauschen

Zur Lösung des Konflikts hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires Diplomaten-Gespräche vereinbart, an denen neben Russland und der Ukraine auch Frankreich und Deutschland beteiligt sind. Merkel hatte angemahnt, dass Russland den freien Schiffsverkehr in das Asowsche Meer gewährleisten müsse.

Die ukrainische Generalstaatsanwalt hat einen Austausch von verurteilten Russen vorgeschlagen, wenn Russland im Gegenzug die festgesetzten Matrosen gehen lässt. "Wir haben einen ausreichenden Austauschfonds: mehr als 300 Personen, die wegen antistaatlicher Aktivitäten verurteilt worden waren", sagte Generalstaatsanwalt Juri Luzenko am Dienstag ukrainischen Medienberichten zufolge. Das Nachbarland solle darüber verhandeln.

als/dpa/Reuters

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