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Ukraine-Krise: Putin versetzt Truppen in Gefechtsbereitschaft

Verteidigungsminister Schoigu (im März): "Volle Gefechtsbereitschaft" Zur Großansicht
AFP/ Russian Defense Ministry

Verteidigungsminister Schoigu (im März): "Volle Gefechtsbereitschaft"

In der Ostukraine soll eine Waffenruhe beginnen, da heizt Moskau die Stimmung mit neuen Drohgebärden an. Kreml-Chef Putin hat die Truppen in Zentralrussland in Gefechtsbereitschaft versetzen lassen - nach offizieller Darstellung zu Testzwecken.

Moskau/Istanbul - Russland demonstriert im Ukraine-Konflikt seine militärische Stärke: Wladimir Putin hat eine "umfassende Überprüfung der Gefechtsbereitschaft" aller Truppen in Zentralrussland angeordnet, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu russischen Medien zufolge. Dafür seien die Truppen im zentralrussischen Militärbezirk in volle Gefechtsbereitschaft versetzt worden, berichtete "Ria Novosti". Der Test soll demnach eine Woche lang dauern, bis zum 28. Juni.

An den Übungen sollen etwa 65.000 Soldaten beteiligt sein, wie der russische Generalstaatschef Waleri Gerassimow laut der Nachrichtenagentur AP mitteilte - darunter auch mehrere Tausend Mitglieder einer Luftlandedivision aus dem Ural. Der zentralrusssische Militärbezirk umfasst die Region um den Fluss Wolga und das Ural-Gebirge - nicht aber den äußersten Westen Russlands.

Die Maßnahme droht den Ukraine-Konflikt weiter zu verschärfen: Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatschef François Hollande hatten Putin erst am Freitagabend aufgefordert, seine Soldaten von der Grenze zur Ukraine abzuziehen. Sollte Moskau keine Schritte zur Deeskalation einleiten, drohten neue Sanktionen, erklärten das Weiße Haus und der Elysée-Palast.

Steinmeier fordert Moskau zur Kooperation auf

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat Russland zur Unterstützung der von Kiew verkündeten einwöchige Waffenruhe im Osten der Ukraine aufgerufen. "Es kommt jetzt darauf an, dass auch Russland kooperiert", sagte Steinmeier bei einem Besuch in Istanbul. Moskau müsse seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten geltend machen und dazu beizutragen, "die Grenze zwischen Russland und der Ukraine dichter zu machen".

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte zuletzt einen Friedensplan angekündigt, der unter anderem eine zehn Kilometer breite Pufferzone an der Grenze zu Russland vorsieht. Der 14-Punkte-Plan umfasst Medienberichten zufolge zudem eine "Dezentralisierung der Macht" im Land. Zudem soll ein "Korridor für russische und ukrainische Söldner" zum Verlassen der Krisenregion eingerichtet werden. Was der Plan zur Dezentralisierung im Land genau bedeutet, blieb unklar.

Russland hat den Plan in einer ersten Reaktion als unzureichend kritisiert. Die einwöchige Waffenruhe der Regierungskräfte sei kein Schritt hin zu einem Friedensprozess in der umkämpften Ostukraine, sondern lediglich eine Aufforderung an die "Volkswehr" zur Kapitulation, teilte der Kreml am Freitag mit. Es fehle das "zentrale Element", nämlich ein Angebot zum Dialog.

mxw/AFP/AP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
tomymind 21.06.2014
Zitat von sysopAFP/ Russian Defense MinistryIn der Ostukraine soll eine Waffenruhe beginnen, da heizt Moskau die Stimmung mit neuen Drohgebärden an. Kreml-Chef Putin hat die Truppen in Zentralrussland in Gefechtsbereitschaft versetzen lassen - nach offizieller Darstellung zu Testzwecken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/krise-in-der-ukraine-putin-versetzt-truppen-in-gefechtsbereitschaft-a-976575.html
Putin heisst "Frieden" Gleich werden wider die Putin-trolle und die gleichgeschalteten Foristen, das Wort für die Freiheit/Grösse/Racht Russlands ergreifen. Ist es euch nicht peinlich, wie jeder der Lesen kann, die Wahrheit herausfinden kann? Alles was sich bis jetzt in der Ukraine zugetragen hat, wurde in Moskau geplant. Übrigens, die Krim wurde vor 200 Jahren von Russland annektiert und die Krimtataren von Stalin zwangsumgesiedelt und Russane angesiedelt. Da von einer russischen Krim ist mehr als eine Unverschämtheit, es ist eine Lüge
2. Verständlich
leos-amigo2 21.06.2014
Gestern, beim Angriff auf ein Grenzposten der Aufständischen, wurde, versehentlich oder nicht, der russische Checkpoint auf russischen Territorium beschosses und quasi zerstört. 2 Tage zuvor wurde ein ukrainischer Truppentransportpanzer, verirrt auf russisches Gebiet, festgenommen. Wenn man das ganze betrachtet, würde jedes Land seine Truppen in der Nähe eines Kriegsgebiets verstärken.
3. Wer bitte hier glaubt Putin noch?
mercutiool 21.06.2014
Zu viele. Mal sehen, wann sich hier die Putin-Unterstützer (von Putin-Verstehern will ich nicht reden) melden und sagen, dazu sei Putin ja von der maßlosen und aggressiven Politik der Ukraine, der EU und der USA ja quasi gezwungen worden. Geht's noch? Die Ukraine "rüstet ab", ganz platt gesagt, und prompt setzen die Nadelstiche von russischer Seite wieder ein. Schade, dass Gerhard Schröder seinen 75. Geburtstag erst in fünf Jahren feiert, sonst könnte er jetzt mal wieder dafür sorgen, dass das Ganze deeskaliert. Hat er ja beim ersten Mal auch so gut hinbekommen. Ich lach mich tot!
4. Russlands eigenverschuldetes Dilemma
killi 21.06.2014
Russland soll die Grenzen sichern, aber die Truppen von jener abziehen. Russland hat eine hunderte Kilometer lange Grenze an der faktisch Krieg geführt wird, darf seine Truppen dort aber nicht in Alarmbereitschaft setzen. Widersprüchlicher geht es nicht mehr. Würde der ganze Konflikt nicht von Moskau gewünscht, gefördert und gut geheissen werden, man müsste dem Westen für dessen Argumentation ins Gesicht schlagen.
5. Puting Jünger
RRoger 21.06.2014
Zitat von sysopAFP/ Russian Defense MinistryIn der Ostukraine soll eine Waffenruhe beginnen, da heizt Moskau die Stimmung mit neuen Drohgebärden an. Kreml-Chef Putin hat die Truppen in Zentralrussland in Gefechtsbereitschaft versetzen lassen - nach offizieller Darstellung zu Testzwecken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/krise-in-der-ukraine-putin-versetzt-truppen-in-gefechtsbereitschaft-a-976575.html
Da werden sich jetzt dann gleich wieder die Puting-Trolle melden und uns über die mobilisierten Friedentruppen aufklären. Natürlich hat das alles der Westen (=EU/USA) provoziert.
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