Krise in Honduras: Übergangspräsident Micheletti bietet Rückzug an

Wende in Honduras: Übergangspräsident Micheletti ist bereit, auf sein Amt zu verzichten. Er begründete den Schritt mit der Hoffnung auf Frieden in seinem Land. Der von ihm gestürzte Amtsinhaber Zelaya müsse seine Machtambitionen allerdings ebenfalls aufgeben.

Tegucigalpa - Roberto Micheletti will vor allem Eines verhindern: Die Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya. Unter dieser Bedingung hat der Übergangspräsident von Honduras seinen Rücktritt angeboten. Eine Delegation habe sein Angebot der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington übergeben. Er sei besorgt über die Drohung Zelayas, nicht näher genannte Aktionen im In- und Ausland zu unternehmen, um seine Rückkehr zu erzwingen, sagte Micheletti.

Protest gegen den Putsch: Anhänger Zelayas demonstrieren in Tegucigalpa Zur Großansicht
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Protest gegen den Putsch: Anhänger Zelayas demonstrieren in Tegucigalpa


Er sei bereit, "zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzutreten, wenn diese Entscheidung notwendig wird, um Frieden und Ruhe ins Land zu bringen", sagte Micheletti. Die Übergangsregierung hat eine Rückkehr Zelayas nach Honduras bisher verhindert. Zelaya wurde am 28. Juni mit Hilfe der Streitkräfte gestürzt und ins Exil geschickt.

Der Putsch war fast überall auf der Welt verurteilt worden. Bislang hat keine ausländische Regierung Micheletti als Übergangspräsident anerkannt. Die USA und die OAS haben eine Rückkehr des gestürzten Staatschefs ins Amt gefordert. Micheletti hat dies jedoch kategorisch ausgeschlossen.

Mehrere tausend Anhänger Zelayas protestierten am Mittwoch gegen den Putsch, forderten die Rückkehr des gestürzten Präsidenten und riefen zu Streiks auf. Sie warfen mit Steinen, Berichte über Verletzte gab es aber nicht. Am Dienstag hatte Zelaya in Guatemala erklärt, das Volk habe das Recht zu Demonstrationen und Streiks gegen die jetzigen Machthaber.

Am Mittwoch setzte die Übergangsregierung ein nächtliches Ausgehverbot wieder in Kraft und begründete dies mit "anhaltenden und offenen Drohungen durch Gruppen, die für Unruhe und Chaos" sorgen wollten. Eine ähnliche Ausgehsperre, die seit dem Putsch vom 28. Juni in Kraft war, war erst am Sonntag aufgehoben worden.

Am Samstag sind weitere Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien unter Vermittlung des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias geplant. Zwei frühere Gesprächsrunden waren ergebnislos verlaufen.

ler/AP

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