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Krisenkontinent Afrika: 40 Millionen hungern

Uno-Hilfsorganisatoren werfen den westlichen Nationen vor, die Not der Menschen in Afrika zu vergessen. Der Irak-Krieg werde als Ausrede genutzt, um Hilfslieferungen in andere Länder zu vernachlässigen.

Aids-Kranke in Uganda: Durch Hunger und Krankheit werden die Menschen doppelt geschwächt
DPA

Aids-Kranke in Uganda: Durch Hunger und Krankheit werden die Menschen doppelt geschwächt

Kanywambizi/Simbabwe - "Wie kommt es, dass wir in Afrika ganz selbstverständlich ein bestimmtes Maß an Hunger und Leiden in Kauf nehmen, das wir in anderen Ländern nie akzeptieren würden?" Mit dieser Frage richtete sich James Morris an die Presse. Der Direktor des "World-Food-Program" warnte davor, wegen des Irak-Kriegs andere Krisengebiete aus den Augen zu verlieren. In Afrika rechnet die Uno-Organisation zurzeit mit 40 Millionen Menschen, die zu verhungern drohen, wenn nicht bald Hilfe kommt.

Der Organisation fehlen eine Milliarde Dollar von 1,8 Milliarden, die sie für die Notversorgung mit Nahrungsmitteln braucht. "Einige der Flüchtlinge bekommen nur noch die Hälfte der monatlichen Rationen", sagte Morris gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian".

Nach Angaben des "World-Food-Programm" sind 14 Millionen Menschen in Äthiopien von der Hungerkatastrophe bedroht. In Simbabwe sind es sieben Millionen, in Malawi 3,2 Millionen und im Sudan und Sambia knapp drei Millionen Menschen. Mehrere Millionen Menschen sind außerdem in den Ländern des Trockengürtels südlich der Sahara betroffen, darunter Mosambik, Uganda und die Demokratische Republik Kongo.

Gründe für die Hungersnot gehen von schlechtem Wetter bis zu Kriegen. Hinzu kommt die steigende Zahl von Aids-Kranken in den afrikanischen Ländern. Das durch die Krankheit geschwächte Immunsystem, wird durch mangelhafte Ernährung zusätzlich angegriffen. In den nächsten 20 Jahren wird die Seuche vermutlich acht Millionen Menschen töten. Über vier Millionen Kinder werden dadurch zu Waisen.

Trotz aller Katastrophenmeldungen gibt es zumindest kurzfristig Hoffnung. Obwohl vielerorts die Kämpfe andauern, rechnen Farmer in Simbabwe, im Kongo und in Westafrika mit einer gute Ernte, die bald von den Feldern geholt werden kann. Im Juni erwartet die Regierung in Simbabwe, dass die Zahl der Hungernden um die Hälfte zurückgeht. Sobald die Ernte aufgebraucht ist, wird die Zahl allerdings wieder steigen.

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