Kritik an Fremdenlegion: Schikane-Fotos zeigen Soldaten im Slip

Sie robben in Unterhose und Stiefeln durch den Schlamm oder stehen mit erhobenen Armen im Slip an der Wand: Eine Fotoserie in einem Internet-Magazin belegt angebliche Schikane gegen Rekruten der französischen Fremdenlegion.

Paris - Das angesehene französische Internet-Magazin Rue.89 hat Bilder veröffentlicht, die Soldaten in erniedrigenden Posen zeigt und Schikane an Rekruten der Fremdenlegion dokumentieren soll. Die Fotos zeigen unter anderem Legionäre, die mit Unterhosen und Stiefeln bekleidet durch den Schlamm robben oder mit erhobenen Armen an einer Wand aufgereiht stehen. Die Aufnahmen sollen weniger als drei Jahre alt sein und auf einem früheren Bauernhof im Ort Castelnaudary in Südfrankreich entstanden sein.

Mitglieder der Fremdenlegion: Schikane gegen Rekruten?
REUTERS

Mitglieder der Fremdenlegion: Schikane gegen Rekruten?

Die Fremdenlegion ist eine Einheit der französischen Armee, die fast ausschließlich aus Ausländern besteht. Jeder Rekrut erhält für die Dauer seines Dienstes eine neue Identität. Fremdenlegionäre nehmen unter anderem an Uno- und Nato-Einsätzen teil, für die Frankreich Truppen stellt.

"Es handelt sich eindeutig um Schikanen, denen die Rekruten ausgesetzt sind", sagte Michel Bavoi, Vorsitzender eines Vereins für die Rechte von Soldaten, am Montag in Paris. "Bei der französischen Armee gibt es keine nächtlichen Übungen in Unterhosen", betonte er.

Ein Armeesprecher wollte sich zunächst nicht zu den Fotos äußern. Er wies aber darauf hin, dass es durchaus Übungen ohne Uniform gebe. "Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Teil der Soldaten die Rolle des Gegners spielt", sagte Oberstleutnant Jacques-Olivier Mestre.

Der Verein für Rechte der Soldaten wirft der Fremdenlegion in einem Bericht Menschenrechtsverletzungen vor. Die Befehlshaber nutzten die Tatsache aus, dass ein Großteil der Legionäre vor allem an einem Aufenthaltsrecht in Frankreich interessiert seien. Drohungen und Schikane seien an der Tagesordnung.

Im vergangenen Sommer war ein tschechischer Fremdenlegionär in Dschibuti an Erschöpfung gestorben. Laut Medienberichten hatten seine Vorgesetzten ihm bei extrem heißen Temperaturen das Trinken verboten.

als/dpa

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