Washington - US-Verteidigungsminister Leon Panetta setzt die sogenannte Superkommission unter Druck, die Einsparmöglichkeiten im US-Haushalt finden soll. In einem Brandbrief an zwei republikanische Senatoren warnt der Pentagon-Chef vor einem drastischen Sparkurs beim Militär. Eine Kürzung des Verteidigungshaushalts um 1000 Milliarden Dollar (732 Milliarden Euro) in den kommenden zehn Jahren hätte "verheerende" Folgen, heißt es in dem Schreiben Panettas an John McCain und Lindsey Graham, die beide dem Verteidigungsausschuss des Senats angehören. Die Sparmaßnahme würde einer Etatkürzung von 20 Prozent entsprechen.
Im kommenden Jahrzehnt müssen die US-Streitkräfte ohnehin schon 450 Milliarden Dollar einsparen. Wenn nun noch weiter gekürzt werde, müssten zahlreiche Rüstungs- und Bauvorhaben aufgegeben sowie 20 Prozent der zivilen Angestellten entlassen werden, warnt Panetta.
Auch die bestehenden Truppen-, Marine- und Luftwaffenkontingente müssten dann deutlich reduziert werden. Die USA hätten dann so wenige Bodentruppen wie seit 1940 nicht mehr, die Zahl der Kriegsschiffe würde auf den geringsten Stand seit 1915 sinken, die Luftwaffe wäre sogar die kleinste in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das alles komme einer "Einladung" zum Angriff auf die USA gleich, schreibt Panetta.
Rekordausgaben für das Militär
Die Superkommission war im August beim Streit zwischen Republikanern und Demokraten um die Anhebung der Schuldengrenze gegründet worden. Sie soll bis zum 23. November Einsparmöglichkeiten in den kommenden zehn Jahren in Höhe von 1500 Milliarden Dollar finden. Wenn ihr dies nicht rechtzeitig gelingt, werden automatisch 1200 Milliarden Dollar im Budget gekürzt, die Hälfte davon beim Militär.
Das US-Verteidigungsbudget war seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 und durch die Kriege im Irak und in Afghanistan massiv gestiegen. Jetzt macht es rund 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben aus. Mit einem aktuellen Jahresbudget von 685 Milliarden Dollar gehen rund ein Fünftel der Staatsausgaben ins Pentagon.
Nach Angaben der Weltbank verschlingen die Streitkräfte 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA. Kaum ein anderes Land verwendet einen höheren Teil seiner Wirtschaftskraft für das Militär.
als/AFP/Reuters
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