Zagreb - Der kroatische Präsident Ivo Josipovic will die Vereidigung des neuen serbischen Präsidenten Tomislav Nikolic boykottieren. Josipovic werde der Zeremonie am kommenden Montag fernbleiben, sagte er am Mittwoch. Nikolic hatte sich nach seinem Wahlsieg im Mai nicht von ultra-nationalistischen Äußerungen distanziert. Zudem hatte der neue serbische Präsident das Massaker von Srebrenica geleugnet, bei dem vor 17 Jahren 8000 muslimische Jungen und Männer getötet worden waren. Auch Nikolics Aussage, die kroatische Grenzstadt Vukovar gehöre eigentlich zu Serbien, sorgte für Unmut.
Die Boykottankündigung Josipovics nährte die Sorge, dass der Überraschungssieg des Nationalisten Nikolic den Versöhnungsprozess auf dem Balkan beeinträchtigen könnte. Josipovic hoffe aber, dass sich die Beziehungen Kroatiens mit Serbien in den nächsten Jahren verbesserten.
Der rechtskonservative Nikolic hatte die Präsidenten-Stichwahl überraschend gegen Boris Tadic gewonnen. Serbiens Nachbarstaaten wie etwa Kroatien misstrauen Nikolic, weil sie in ihm einen ideologischen Erben des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic sehen. Nikolic gehörte auch der Regierung von Milosevic zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an.
kha/Reuters/dapd
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