Präsidentschaftswahl in Kroatien Staatsoberhaupt verpasst absolute Mehrheit

Kroatien muss über sein Staatsoberhaupt in einer Stichwahl entscheiden. Der amtierende Präsident des jüngsten EU-Landes verpasste im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Nun muss er gegen die konservative Herausforderin antreten.


Zagreb - Das amtierende Staatsoberhaupt Kroatiens hat bei den Präsidentschaftswahlen überraschend schlechter abgeschnitten als erwartet. Ivo Josipovic verpasste laut den im staatlichen Fernsehen verbreiteten Prognosen mit 38,9 Prozent der Stimmen die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit deutlich.

Damit muss der Kandidat der regierenden Sozialdemokraten in einer zweiten Runde gegen seine konservative Herausforderin, die ehemalige Außenministerin Kolinda Grabar-Kitarovic, antreten. Sie erreichte laut Prognosen 38,1 Prozent der Stimmen. Die Stichwahl soll am 11. Januar stattfinden. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,1 Prozent, drei Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Die größte Überraschung des ersten Wahlgangs war das gute Abschneiden des 24 Jahre alten Studenten Ivan Vilibor Sincic, der auf 15,6 Prozent der Stimmen kam. Sincic hatte im Wahlkampf gesagt, er wolle Kroatien von "Geldhaien und Bankern" befreien.

Bei seiner ersten Wahl 2009 war Josipovic vor allem mit dem Versprechen angetreten, die Korruption zu bekämpfen. Tatsächlich wurden in den zurückliegenden Jahren ein Ministerpräsident und mehrere Minister wegen Korruption verurteilt. Im Sommer 2013 trat das Land der EU bei, damit löste der der 57-Jährige sein zweites großes Wahlversprechen ein.

Seine Herausforderung Grabar-Kitarovic von der konservativen HDZ hatte schon mehrere bedeutende Ämter inne. Die ehemalige kroatische Botschafterin in Washington wurde 2011 zur stellvertretenden Generalsekretärin der Nato berufen. Sie warf Josipovic im Wahlkampf vor, er sei mit dem Versuch gescheitert, die regierenden Sozialdemokraten zu Reformen zu ermuntern.

Kroatien ist derzeit von einer schweren Wirtschaftskrise betroffen, die bei den 4,2 Millionen Einwohnern der früheren jugoslawischen Teilrepublik für Unmut sorgt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 20 Prozent, bei den jungen Erwachsenen ist sogar jeder Zweite ohne Job.

sun/AFP/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Drscgk 29.12.2014
1. Es wäre langfristig gut, wenn
die Herausforderin des kroatischen Staatsoberhaupts gewänne. Herausforderin "Grabar-Kitarovic von der konservativen HDZ hatte schon mehrere bedeutende Ämter inne. Die ehemalige kroatische Botschafterin in Washington wurde 2011 zur stellvertretenden Generalsekretärin der Nato berufen", ist also ein möglicherweise sogar gekauftes Ziehkind der USA. So könnte man an einem weiteren Land, wenigstens einem kleinen Land, wie Kroatien, die neue US-Weltherrschaftspolitik klar erkennen: "Wir kaufen uns Politiker und kaufen uns so Länder."
cromokrat 29.12.2014
2. Letzte Gelegenheit
Sollten die Kroaten die Gelegenheit nicht nutzen, den Exkommunisten und und in jeder Hinsicht unfähigen Josipovic nicht abwählen, dann werden sie sich weiter in richtung Abgrund bewegen. Josipovic ist ein Teil der in Kroatien immer noch herschende YU-Nomenklatura und ein Freund der gestrigen EU-Linken. Die deutsche Politik wäre gut beraten alle zu tun um die Wiederwahl des rückwärtsgewandten Josipovic zu unterbinden.
anamarie 29.12.2014
3. das land
Zitat von Drscgkdie Herausforderin des kroatischen Staatsoberhaupts gewänne. Herausforderin "Grabar-Kitarovic von der konservativen HDZ hatte schon mehrere bedeutende Ämter inne. Die ehemalige kroatische Botschafterin in Washington wurde 2011 zur stellvertretenden Generalsekretärin der Nato berufen", ist also ein möglicherweise sogar gekauftes Ziehkind der USA. So könnte man an einem weiteren Land, wenigstens einem kleinen Land, wie Kroatien, die neue US-Weltherrschaftspolitik klar erkennen: "Wir kaufen uns Politiker und kaufen uns so Länder."
ist schon längst gekauft - von 200 reichen kroaten, und andere versinken in armut und arbeitlosigkeit. gut dass wir, serben, nicht auch jetzt schuld sind!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.