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Historischer Besuch: Fidel Castro kritisiert Obamas Kuba-Visite

Nicolás Maduro und Fidel Castro Zur Großansicht
REUTERS

Nicolás Maduro und Fidel Castro

Bei seinem Besuch auf Kuba kündigte US-Präsident Obama ein neues Kapitel zwischen den beiden Staaten an. Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro will davon jedoch nichts wissen.

88 Jahre hat es gedauert, bis wieder ein US-Präsident kubanischen Boden betreten hat. Der historische Besuch von Barack Obama beim ehemaligen Erzfeind in Havanna löste bei vielen Kubanern Begeisterung aus. Nicht allerdings beim früheren Machthaber Fidel Castro. Der Revolutionsführer bleibt trotz der politischen Annäherung unversöhnlich gegenüber den USA.

"Wir haben es nicht nötig, dass das Imperium uns was schenkt", schrieb der 89-Jährige in einem Gastbeitrag für das Parteiblatt "Granma". Darin erinnerte Castro auch an alte Kämpfe zwischen den USA und dem sozialistischen Karibikstaat während ihrer über 50 Jahre andauernden Rivalität.

Obamas versöhnliche Worte während seines Kuba-Besuchs wies Castro kühl zurück. Viele Kubaner hätten beim Hören von Obamas Rede in Havanna einen "Herzinfarkt" erleiden können, schrieb Castro. Der US-Präsident hatte die Kubaner dazu aufgerufen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Kapitel der guten Nachbarschaft mit den USA zu eröffnen.

Der US-Präsident sage dies "nach einer unbarmherzigen Blockade von fast 60 Jahren", kritisierte Castro in Bezug auf das immer noch bestehende US-Embargo gegen Kuba. Obamas Rede war im kubanischen Staatsfernsehen live übertragen worden.

Fidels Worte haben nach wie vor Gewicht

Vor Ostern war Obama als erster US-Präsident seit 1928 nach Havanna gereist. Obama und Kubas jetziger Staatschef Raúl Castro hatten Ende 2014 eine historische Wendein den schwierigen Beziehungen beider Länder eingeleitet. Trotz der politischen Annäherung trennen die Regierungen in Washington und Havanna noch viele Streitpunkte.

Pünktlich zum Besuch des US-Präsidenten in Havanna wurden auch neue Fotos von Fidel Castro veröffentlicht, die eine klare Botschaft senden: Der Titel der Zeitung "Juventud Rebelde" zeigte Castro im Gespräch mit Venezuelas sozialistischem Präsidenten Nicolás Maduro, der die USA als imperialistisch und kapitalistisch kritisiert.

Fidel Castro regierte Kuba fast ein halbes Jahrhundert lang nach der Revolution von 1959. Obwohl er bereits 2006 krankheitsbedingt die Macht an seinen Bruder Raúl (84) übergeben musste, werden Fidels Worte noch viel Gewicht auf Kuba beigemessen.

asc/dpa/AP

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insgesamt 318 Beiträge
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1. Naja, allzulange wird es Fiedel der Grösste Führer nicht mehr machen.
leo19 28.03.2016
Wer wird wohl die "alten Männer" in Kuba nach Hause schicken? Zeit wäre es. Obama sollte Guantanamo räumen lassen. Dann könnte das "neue Kapitel" Bestand haben.
2. Betrachtungen
nickleby 28.03.2016
Die Betonköpfe sitzen in Havanna und nicht in Washington D.C. Castro sollte dankbar sein, dass er in Obama jemanden gefunden hat, der einen Neuanfang will. Aber er ist voller Hybris Kuba soll sich merken . Die USA brauchen Kuba nicht, aber Kuba ....
3. Viva la Revolucion!
ekel-alfred 28.03.2016
Tja Fidel, schon blöd, wenn die Revolution so langsam zu Ende geht. Aber die Welt hat sich weiter gedreht und so schlimm kann das Embargo nicht gewesen sein, wie man an deinen Trainingsanzügen westlichen Zuschnitts erkennen kann.
4.
jakopp.auckstayn 28.03.2016
War doch klar das sich Kuba irgendwann öffnen muss.Ein 89-jähriger Fidel und ein 84-jähriger Raúl sind nicht die Zukunft des Landes.Die jungen Kubaner wollen anders leben.Hoffentlich wird ihnen schnell klar das im Westen auch nicht alles Gold ist was glänzt.Das gleiche gilt für Nordkorea,obwohl dort der amtierende Machthaber noch frisch und aggressiv daherkommt.Die Lösung dieses Konflikts ist um ein erhebliches spannender.
5. 88 und 84 Jahre alte Opas
nawaswohl 28.03.2016
ich denke dass sich das evtl. bestehende Problem biologisch löst.
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