Übergang verschoben Raúl Castro tritt erst im April als Kubas Staatschef ab

Eigentlich sollte er schon im Februar abtreten, nun bleibt Rául Castro aber doch bis April der Präsident Kubas. Hintergrund ist die Verwüstung durch den Wirbelsturm "Irma".

Raúl Castro
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Raúl Castro


Der Übergang in eine neue kubanische Regierung nach Raúl Castro wird sich verzögern. Die Karibikinsel hat das Mandat der Nationalversammlung verlängert. Es endet nun nicht mehr im Februar, sondern erst im April. Erst dann wird auch der heute 86 Jahre alte Castro als Staatschef zurücktreten und an einen neuen Präsidenten übergeben. Laut berichten der Staatsmedien beschloss die Nationalversammlung, am 19. April den Staatsrat zu wählen, der den Nachfolger Castros bestimmen wird.

Schuld an der Verzögerung ist Wirbelsturm Irma, der Kuba im September verwüstet hatte. Irma hob Dächer von den Häusern, entwurzelte Bäume und überschwemmte flache, küstennahe Gebiete. Die Wiederaufbauarbeiten dauern noch an. Zuvor hatte Kuba bereits die Kommunalwahlen, die ursprünglich für Oktober angesetzt waren, um einen Monat verschoben.

Im Juli 2006 hatte Raúl Castro die Amtsgeschäfte von seinem erkrankten Bruder Fidel übernommen. Zwei Jahre später wurde er offiziell Präsident des Staats- und Ministerrats, 2013 wurde er wiedergewählt. Schon damals hatte er angekündigt, dass dies seine letzte Amtszeit sein werde. Im März 2016 empfing Castro beim ersten Besuch eines amerikanischen Staatschefs seit mehr als 90 Jahren Barack Obama - was von Fidel Castro kritisiert wurde. Noch im selben Jahr starb der Revolutionär.

aev/AFP/Reuters



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