Streit um Kurilen-Inseln Russland und Japan bleiben ohne Friedensvertrag

Seit fast 75 Jahren gibt es keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan. Neue Gespräche von Kremlchef Putin mit Regierungschef Abe blieben vorerst ohne Ergebnis. Grund ist der Streit um die Kurilen-Inseln.

Abe und Putin im Kreml
DPA

Abe und Putin im Kreml


Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einer mühsamen Arbeit, die noch bevorstehe: Bei den Gesprächen über einen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan gab es im Kreml erneut keine Annäherung. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sah eine nicht leicht zu lösende Aufgabe.

Streitpunkt sind vor allem die Kurilen-Inseln. Sie waren 1945 zum Ende des Zweiten Weltkriegs von der damaligen Sowjetunion besetzt worden, Japan verlangt sie zurück. Deshalb gibt es auch nach fast 75 Jahren keinen Friedensvertrag zwischen Moskau und Tokio. Das Kurilen-Archipel verbindet die russische Halbinsel Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaido im Pazifik.

Vor dem Treffen waren mehrere Demonstranten vor der japanischen Botschaft in Moskau festgenommen worden. Die Protestaktion richtete sich gegen mögliche Pläne, die Kurilen an Japan zurückzugeben. Mehrere Menschen, darunter ein Abgeordneter der Kommunisten, seien in Gewahrsam genommen worden, meldete die Agentur Tass.

Putin und Abe hatten sich vergangenes Jahr darauf verständigt, die Gespräche über einen Friedensvertrag zu intensivieren. "Wir haben erneut unser Interesse an der Unterzeichnung dieses Dokuments bekräftigt", sagte der Kremlchef russischen Medien zufolge. Grundlage ist eine japanisch-sowjetische Einigung von 1956, die eine mögliche Rückgabe von zwei der vier Inseln vorsieht. Vor einer Woche hatten Gespräche auf Ebene der Außenminister bereits keine Annäherung gebracht.

als/dpa/AFP



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