Massenexekution im Golfstaat Prinz in Kuwait hingerichtet

In Kuwait ist erstmals ein Mitglied der Königsfamilie hingerichtet worden. Sechs weitere Frauen und Männer wurden ebenfalls exekutiert. Fast alle waren wegen Mordes verurteilt worden.


Ein Mitglied der kuwaitischen Königsfamilie ist am Mittwoch zusammen mit sechs weiteren Verurteilten in dem Golfstaat hingerichtet worden. Scheich Faisal Abdullah al-Dschaber al-Sabah war unter anderem wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna.

Der Fall erschütterte 2010 das kuwaitische Königshaus: Der Prinz hatte damals seinen Neffen im Streit aus nächster Nähe erschossen. Bei der Auseinandersetzung soll es um Motorsport- und Geschäftsangelegenheiten gegangen sein, meldeten Medien in dem Golfemirat damals.

Die anderen Exekutierten - unter ihnen auch drei Frauen - kommen aus Kuwait, Bangladesch, den Philippinen, Äthiopien und Ägypten. In fast allen Fällen wurden die Verurteilten wegen Mordes gehängt.

Der Fall der Kuwaiterin Nusra al-Enesi hatte 2009 für Schlagzeilen in dem Golfemirat gesorgt. Sie wurde wegen Mordes verurteilt, weil sie bei der Zweithochzeit ihres Mannes eines der Partyzelte in Brand gesetzt hatte. Die damals 23-Jährige wollte sich nach eigener Aussage dafür rächen, dass ihr Mann eine Zweitfrau heiraten wollte. In dem brennenden Zelt starben 57 Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder.

Die beiden anderen Frauen, die als Haushaltshilfen in Kuwait arbeiteten, wurden wegen der Ermordung von Familienmitgliedern ihrer Arbeitgeber hingerichtet. Auch die beiden Ägypter waren wegen Mordes verurteilt worden. Der Mann aus Bangladesch war wegen Entführung und Vergewaltigung schuldig gesprochen worden.

Es handelt sich um die ersten Exekutionen in Kuwait seit fast vier Jahren. Im März 2013 waren drei Männer aus Saudi-Arabien, Pakistan und Kuwait hingerichtet worden.

Die Bundesregierung verurteilte die Hinrichtungen und rief den Emir auf, dringend von weiteren Exekutionen abzusehen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, man lehne die Todesstrafe ab. Sie müsse weltweit abgeschafft werden.

kgp/dpa/AP/Reuters

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