Terror in Kuwait Viele Tote bei Anschlag auf Moschee

Auch in Kuwait hat es einen blutigen Angriff gegeben: In einer Moschee sprengte sich ein Mann in die Luft. Die Miliz "Islamischer Staat" hat sich zu der Tat bekannt.

Tatort in Kuwait-Stadt: Viele Tote, zahlreiche Verletzte
REUTERS

Tatort in Kuwait-Stadt: Viele Tote, zahlreiche Verletzte


Frankreich, Tunesien, Kuwait - aus verschiedenen Weltregionen werden an diesem Freitag Anschläge gemeldet, bei denen ein islamistischer Hintergrund zumindest vermutet werden kann. Im letzten Fall gibt es kaum noch Zweifel, es liegen schon Bekennerbotschaften vor.

Demnach hat die Miliz "Islamischer Staat" (IS) auf eine schiitische Moschee in Kuwait einen Anschlag verübt, dabei sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Dies teilten die Rettungskräfte in dem Golfemirat mit. Zunächst waren die Behörden von 13 Toten ausgegangen, doch unter den Trümmern werden immer mehr Opfer entdeckt.

Ein Mitglied des kuwaitischen Parlaments schilderte den Ablauf der Attacke so: In der dicht gefüllten Imam-al-Sadeq-Moschee hatten sich Gläubige gerade zum Gebet niedergekniet, als der Attentäter das Gebäude betrat. Mitten in der Menschenmenge zündete er seinen versteckten Sprengsatz. Die Wucht der Detonation soll Wände weggerissen und die Decke zum Einsturz gebracht haben. Der Täter habe laut Augenzeugen jung gewirkt, vermutlich unter 30 Jahre alt.

Zu dem Attentat in Kuwait-Stadt, das sich während des Freitagsgebets in der zweiten Woche des islamischen Fastenmonats Ramadan ereignete, bekannte sich die radikal-sunnitische IS-Miliz. In den sozialen Netzwerken bezeichnete die Gruppe die Moschee als "Tempel der Ungläubigen". Es ist der erste derartige Angriff auf Schiiten in dem Golfemirat.

Allerdings verübte die IS-Miliz in den vergangenen Wochen bereits tödliche Anschläge auf schiitische Moscheen im Jemen und in Saudi-Arabien. Die Extremisten betrachten die Angehörigen der schiitischen Konfession, der in Kuwait rund ein Drittel der 1,3 Millionen Einwohner angehören, als Ungläubige.

Auch im Irak begeht die IS-Gruppe regelmäßig Anschläge auf schiitische Pilger, Moscheen und Wohnviertel. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte in Kuwait und Augenzeugen sagten, der Anschlag auf die Moschee sei von einem Selbstmordattentäter verübt worden.

jok/dpa/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tolate 26.06.2015
1.
Die Welt ist sicherer geworden, durch den Krieg im Irak. Sagt G.W.Bush. Sie wird noch sicherer, sagen Obama, John McCain, Victoria Nuland, General Breedlove, Mr. Ashton Carter, Claus Kleber und Co., durch Sanktionen und die neue Nato-Speerspitze. Dazwischen lagen Libyen und ein Nato-Bombardement, Syrien und eine Unterstützung aufständischer Gruppierungen, der Dauerbrenner Afghanistan, der Jemen, und die Ukraine. Weitermachen!
David K. 26.06.2015
2. Drei Terrormeldungen - drei Mal Islamismus
Die Islamisten bomben den Islam in die Steinzeit.
lazvegaz 26.06.2015
3. Die is und der islam
Jetzt erklärt mir mal einer bitte was die is mit dem islam zutun hat? Sie sprengen das gotteshaus der muslime und tun das im namen des islams? Hää?! Kranke welt sogar die is als islamisten zu bezeichnen ist eine beleidigung gegen den islam.. Das hat nix mit islam oder sonst was zu tun.. Wenn die is im namen gottes christen töten können wir die is auch nicht als christoliken oder sonst was bezeichnen.. Für diese menschen muss erstmal ein neues wort erfunden werden.. Kranke welt
lemmy 26.06.2015
4. Drei Anschläge an einem Tag
Der Horror nimmt heute wohl keine Ende, ich bin geschockt. Das wird auch wieder idealen Nährboden für ablehnende Flüchtlingspolitik sein, da bin ich mir sicher. Und die Ängste der Menschen vor allem "Fremden" wird auch wieder zunehmen, wenn auch nur diffus, aber dagegen ist keine Kraut gewachsen. Die Welt ist verrückt geworden. Ich korrigiere mich, nicht die Welt, die Menschen !
stesoell 26.06.2015
5.
Jenen Christen half Aufklärung, um die Zeit von Kreuzzügen und Verfolgung hinter sich zu lassen. Bei jenen, die heute im Namen des Islam morden, bleibt es eine Illusion.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.