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Illegale Einwanderer: 137 neue Flüchtlinge auf Lampedusa angekommen

Ein Soldat auf Lampedusa: Italien will Rettungseinsatz beschließen Zur Großansicht
DPA

Ein Soldat auf Lampedusa: Italien will Rettungseinsatz beschließen

Sie kamen in einem nur zwölf Meter langen Boot - weitere 137 afrikanische Flüchtlinge haben die Mittelmeer-Insel Lampedusa in der Nacht erreicht. Sie wurden in das überfüllte Auffanglager gebracht.

Lampedusa - Nach dem erneuten Schiffsunglück vor Lampedusa sind in der Nacht zum Montag 137 Flüchtlinge im Hafen der Mittelmeerinsel eingetroffen. Sie liefen auf einem nur zwöf Meter langen Boot in den Hafen von Lampedusa ein, berichteten italienische Medien. Flüchtlinge hätten am Hafen auf die Polizei gewartet und seien in das bereits völlig überfüllte Auffanglager gebracht worden.

Laut dem Fernsehsender SkyTG24 stammen alle Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Das Boot sei in Libyen losgefahren. 22 Frauen seien an Bord des Schiffes gewesen. Die 137 Insassen seien in einem guten Zustand, teilte die Küstenwache mit.

Italien will Rettungseinsatz beschließen

Die italienische Regierung will im Laufe des Montags einen von Ministerpräsident Enrico Letta angekündigten Rettungseinsatz im Mittelmeer beschließen. Dabei sollen zusätzliche militärische und zivile Schiffe und Flugzeuge eingesetzt werden, um das Mittelmeer besser zu überwachen und in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten.

Am 3. Oktober waren bei einer Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa mindestens 360 Menschen aus Afrika ums Leben gekommen. Nur 155 der geschätzt rund 550 Bootsinsassen konnten gerettet werden. Am vergangenen Freitag ertranken erneut mehr als 30 Flüchtlinge im Mittelmeer.

32.000 Flüchtlinge in Italien und Malta

Nach den Flüchtlingsdramen von Lampedusa verlangt der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), einradikales Umdenken in der europäischen Politik. "Europa muss endlich anerkennen, dass es ein Einwanderungskontinent ist", sagte er SPIEGEL ONLINE. Europa müsse gemeinsam handeln und dürfe Länder wie Italien und Malta nicht alleinlassen. Konkret forderte Schulz die Möglichkeit zur legalen Einreise von Einwanderern.

Er verlangte außerdem die Einführung eines Verteilungsschlüssels, der die Aufnahme von Migranten in den EU-Mitgliedstaaten regelt. Nur mit modernen Gesetzen könnten Menschen davon abgehalten werden, "sich unmoralischen Schleppern auszuliefern, die aus ihrer Hoffnungslosigkeit ein Geschäft machen".

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) plädierte für eine Doppelstrategie gegen das Flüchtlingselend an den EU-Außengrenzen. "Die Grenzkontrollen sollen verstärkt sowie wirtschaftliche Perspektiven in den Heimatländern der Flüchtlinge eröffnet werden", sagte er. Die süd- und südosteuropäischen Staaten, über die Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten nach Zentraleuropa kommen, bräuchten eine glaubwürdige Nachbarschaftshilfe. "Wir haben löchrige Grenzen und kein Aufbaukonzept für die Herkunftsregionen", kritisierte Oettinger.

Nach Schätzungen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind in diesem Jahr bereits rund 32.000 Flüchtlinge in Italien und Malta eingetroffen. Viele von ihnen stammen aus Eritrea, Somalia und Syrien. Lampedusa, das nur 113 Kilometer von Tunesien entfernt liegt, ist eines der Hauptziele von Flüchtlingen und Einwanderern, die in Europa ein sicheres und besseres Leben suchen.

heb/AFP/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
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1. schöne heile Welt?
-frisko- 14.10.2013
Wenn ich in den europäischen Medien lese, dass den Entscheidungsträgern in der EU der Schutz der Flüchtlinge am Herzen liegt und dieser verbessert werden muss, wird mir nur noch schlecht. Die Realität sieht da leider etwas anders aus: Frontex wird jetzt noch besser ausgestattet, kann sich ein paar Sateliten mehr leisten, nennt sich Eurosur und erkennt zukünftig sogar schon Flüchtlingszusammenrottungen am Strand bevor diese ins Boot steigen. Das bringt dann die entscheidenden Minuten, denn das Aufhalten der Boote im Hoheitsgewässer der afrikanischen Staaten scheint ja nicht so richtig zu funktionieren. Zumindest nicht, wenn man den Anspruch hat die Schwimmfähigkeit der Boote zu erhalten.
2. Da...
kerlyn2108 14.10.2013
in der Regel jeder dieser angeblichen Flüchtlinge der den Fuss auf Europa hat auch hier bleibt, sollte man sich schnell daran machen für all diese Menschen Arbeitsplätze zu schaffen, damit man sie nicht in den ohnehin leeren Sozialwerken integrieren muss. Allerdings fragt sich, woher diese Hunderttausende an Arbeitsplätzen herkommen sollen, da es inzwischen noch nicht mal mehr genügend Arbeitsplätze für Europäer gibt. Es bleibt daher sozial- und gesellschaftspolitisch weiterhin äusserst spannend in Europa.
3. Fluchtursachen
natonothanks 14.10.2013
Viele der Flüchtlinge kommen waren früher Gastarbeiter in Libyen und wurden 2011 von den Islamisten vertrieben, viele Schwarze wurde damals auch ermordet - die Rebellen hatten da eine echte Hexenjagd veranstaltet, jeder Gastarbeiter der mit dem Leben davon kam hatte großes Glück. Inzwischen an die Regierung gekommen schließen die Islamisten Abkommen mit der EU und schießen neuerdings sogar auf die Flüchtlingsboote - ein Boot sank nach dem Beschuß, rund 200 Menschen sind dabei ertrunken. Vor 3 Jahren hetzten noch pseudolinke Mainstreammedien wie "die tageszeitung" gegen Gaddafi, er würde die Flüchtlinge anlocken, abkassieren und außerdem noch schlecht behandeln - und was machen nun seine vom Westen finanzierten Mörder? Das ganze ist ein einziges Schurkenstück, so wie die gesamte westliche Afrikapolitik.
4. Bei allem Mitleid für die Flüchtlinge
Klarsicht 14.10.2013
sollte man aber auch nicht vergessen , das hier nicht die Ärmsten der Armen sondern eher die obere Mittelschicht aus Asien oder Afrika ankommen . Eine Näherin aus Asien , oder ein Fischer aus Afrika werden nie die 5000 bis 10000 $ für eine Landung in Europa aufbringen . Die deutliche Erhöhung des Einkommens einer asiatischen Näherin , oder eines afrikanischen Bauern oder Arbeiters würden extrem mehr bringen als unsere Flüchtlingshilfe .
5. privater Hilfsfonds
email-konto-hp 14.10.2013
Das sind doch genau die Aussagen, die man von einigen dieser bürokratischen Sesselfurzer aus Brüssel erwartet. Die ganze naive Ideologie des Gutmenschentums, die am liebsten die ganze Welt retten würden und am besten auch noch die Flüchtlinge bequem und sicher per Flugzeug ins Sozialparadies holen würden, ist doch vollkommen unrealistisch und belastet nur den deutschen Steuerzahler mit Milliardenkosten. Wenn einige Gutmenschen so ein schlechtes Gewissen haben, dann sollen sie doch selbst jeweils eine afrikanische Großfamilie in ihrer privaten Wohnung / Haus aufnehmen und auf eigenen Kosten versorgen. Da endet die Hilfsbereitschaft dann plötzlich ganz schnell. Da merkt man dann wieder das ganze Geschwafel sind nur hohle Phrasen und heiße Luft. Am besten wäre es sowieso wenn alle, die unbedingt mehr Flüchtlings ins Land holen wollen, in Deutschland einen Fonds aus privaten Spenden gründen , aus dem die Flüchtlingskosten dann bezahlt werden. Hauptsache es kostet den Steuerzahler nichts. Ich bin gerne bereit die Finanzmittel der Frontex-Organisation zur Sicherung der EU Außengrenzen aus Steuermitteln deutlich aufzustocken, denn die Außengrenzen müssen unter allen Umständen effektiv geschützt werden, gegen den Ansturm der Flüchtlingshorden aus den Entwicklungsländern. Aber ich und die überwiegende Mehrheit der Deutschen (zumindest der Teil der Bevölkerung der hart arbeitet und Steuern zahlt) sind absolut gegen den unkontrollierten Zuzug von Armutsflüchtlingen, deren einziges Lebensziel offensichtlich darin besteht, es sich in der sozialen Hängematte gemütlich zu machen. Das muss um jeden Preis verhindert werden, ohne Rücksicht auf Verluste, selbst wenn dafür ein paar hundert/tausend Flüchtlinge jedes Jahr im Mittelmeer ertrinken, davon darf man sich nicht erpressen lassen. Außerdem betrifft das sowieso nur einen geringen Bruchteil der Flüchtlinge, die meisten schaffen es ja leider ins Sozialparadies Europa. Und das bereitet mir viel mehr Sorgen.
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