Ivorischer Ex-Präsident Gbagbo bleibt trotz Freispruch vorerst in Haft

Laurent Gbagbo wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Dann wurde der frühere Präsident der Elfenbeinküste überraschend freigesprochen. Zu einer Haftentlassung kommt es dennoch zunächst nicht.

Laurent Gbagbo (Archivfoto)
AFP

Laurent Gbagbo (Archivfoto)


Nach dem Freispruch des früheren Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, hat die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs die Freilassung des Politikers vorerst verhindert. Richter der Berufungskammer ordneten in Den Haag an, dass Gbagbo vorerst in Haft bleiben müsse. Sie setzten eine neue Anhörung über die Freilassung für den 1. Februar an.

Der 73-jährige Ex-Präsident und ein früherer Minister waren in dieser Woche überraschend noch vor Ende des Prozesses freigesprochen worden. Nach Ansicht der Richter reichten die Beweise der Anklage für Verbrechen gegen die Menschlichkeit für eine Verurteilung nicht aus.

Die Richter hatten auch die sofortige Freilassung angeordnet. Doch die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofes erhob dagegen Einspruch. Sie befürchtet, dass Gbagbo bei einem möglichen Berufungsverfahren gegen den Freispruch nicht mehr erscheinen werde.

Nach der Präsidentenwahl von 2010 hatte Gbagbo seine Niederlage nicht anerkannt. Bei der folgenden Welle von Gewalt waren rund 3000 Menschen getötet worden. Der Prozess gegen Gbagbo hatte 2016 begonnen. Er ist seit 2011 in Haft.

asa/dpa

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