Rechtsextreme in Frankreich FN-Gründer Le Pen will neue politische Gruppierung bilden

Jean-Marie Le Pen, Gründer des rechtsnationalen Front National, ist kaum suspendiert - da wird er schon wieder aktiv: Er hat die Bildung einer neuen Gruppierung angekündigt, die seiner politischen Linie folgen soll.

Er will die Bühne nicht verlassen: Jean-Marie Le Pen am 1. Mai in Paris
AFP

Er will die Bühne nicht verlassen: Jean-Marie Le Pen am 1. Mai in Paris


Immer wieder antisemitische Äußerungen, und zuletzt selbst für den rechtsextremen Front National, den er einst gründete, unhaltbare Aussagen. Vor einer Woche hat die Partei schließlich ihren eigenen Gründer Jean-Marie Le Pen suspendiert - und damit auch den Vater der jetzigen Parteichefin Marine Le Pen.

Doch der scheint deshalb nicht von der politischen Bühne verschwinden zu wollen. Er rufe nun eine neue Gruppierung ins Leben. "Ich werde keine neue Partei gründen", kündigte der 86-Jährige am Montag über seinen Twitter-Account an. Die neue Gruppierung solle nicht in Konkurrenz zur Front National stehen. Was genau das Ziel der Gruppierung sein soll, verriet er nicht, nur so viel: Er wolle die politische Linie wiederherstellen, die er seit Jahrzehnten verfolge.

Es müsse versucht werden, "die Fehler zu korrigieren, die in unserem eigenen Lager gemacht wurden". Weiter hieß es: "Wenn Marine Le Pen auf den Weg der Gedankenfreiheit zurückkehrt, ist immer noch alles möglich." Wenn er nicht gelassen werde, müsse wieder "eine Bewegung echter Demokratie" geschaffen werden, schrieb Le Pen.

NS-Konzentrationslager als "Detail" der Geschichte

Parteichefin Le Pen versucht, den Rechtsextremen ein bürgerliches Image zu verschaffen, ohne dabei von Ausländer-, Europa- oder Islamfeindlichkeit abzurücken. Zwischen dem Parteigründer und seiner Tochter war es schon Anfang April zum Bruch gekommen. Der 86-Jährige hatte unter anderem erneut die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als "Detail" der Geschichte bezeichnet.

Binnen drei Monaten soll nun bei einem außerordentlichen Parteitag beschlossen werden, dem Vater den Titel des Ehrenvorsitzenden der Partei zu entziehen. Dazu müssen die Parteistatuten geändert werden.

mia/dpa/AFP



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insgesamt 11 Beiträge
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ratxi 12.05.2015
1. ...von selbst erledigt.
Der Alte war schon immer nicht ganz beisammen. Aber mit 86 darf in der Tat angenommen werden, dass seine Sinnes- und Wahrnehmungsleistungen nochmals rapide abnehmen. Immer mehr in die Peinlichkeit abgleitend, hofft wohl selbst sein Familienkreis, dass sich das Problem bald biologisch von selbst erledigt.
Bueckstueck 12.05.2015
2. Ach herrje...
Wieso kann dieser widerliche alte Mann nicht einfach abnippeln? Wahrscheinlich vermisst ihn nicht mal seine widerliche Tochter...
DenkZweiMalNach 12.05.2015
3. Rechtsextremismus wird nie Massenbewegung
Faschismus und Rechtsextremismus konnten vor fast 100 Jahren nur eine Massenbewegung werden, weil es eine grosse Masse perspektivloser junger Männer in Europa gab. Heute dient dieses Feidbild eher der Rechtfertigung des Aufbaus eines totalen Überwachungsstaates, weil nur der angeblich vor Extremismus schützen kann. Kein Wunder, dass die rechtsextreme Szene mit BND Leuten durchsetzt ist, damit sie ja nie austrocknet. Sonst könnte der Bürger merken, dass die Gefahr an ganz anderer Stelle droht.
eldoloroso 12.05.2015
4. Die achancen stehen nicht schlect
Tach, Dass sich dieses Problem bald biologisch löst
couprevers 12.05.2015
5. Na klar
Wenn ein älterer Herr (der noch nie irgendjemandem etwas zuleide tat) sagt: Frankreich den Franzosen! Dann ist das ein rechtsextremer Verrückter. Wenn aber zwei Zeilen darunter ein US Präsidentschaftskandidat sagt: Ich würde gerne noch einmal den sinnlosen Tod von hunderttausenden befördern dann ist das... ganz okay insgesamt.
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