Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Walesa über Geheimdienstakte: "Sie haben gut gefälscht"

Ex-Präsident Walesa: Kampf gegen Geheimdienst-Vorwürfe Zur Großansicht
DPA

Ex-Präsident Walesa: Kampf gegen Geheimdienst-Vorwürfe

In den Siebzigerjahren soll er mit dem kommunistischen Geheimdienst zusammengearbeitet zu haben: Nun bezeichnete der polnische Ex-Präsident und Nobelpreisträger Lech Walesa die entsprechende Akte als Fälschung.

Der ehemalige polnische Arbeiterführer Lech Walesa hat seine angebliche Geheimdienstakte als Fälschung bezeichnet. Das in Polen für die Aufarbeitung des Kommunismus zuständige Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) hatte vor Kurzem im Privatarchiv des Ex-Innenministers Czeslaw Kiszczak eine angeblich 1970 von Walesa unterzeichnete Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst gefunden. Die Akte ist nicht verifiziert.

"Nach dem, was ich auf den Papieren sehe, haben sie das gut gefälscht", sagte Walesa am Sonntag in Danzig. Er habe von der Akte bisher nur Aufnahmen im Internet gesehen. "Ich dachte, dass sie mir das höflichkeitshalber schicken", sagte er. "Da sind Namen aufgeführt, die ich noch nie gesehen habe."

Walesa zeigte sich zudem dankbar für die Unterstützung, die er am Samstag von Teilnehmern einer Demonstration in Warschau erhalten habe. An der Demonstration hatten Zehntausende teilgenommen.

Demonstration in Warschau: Gegen die PiS, für Walesa Zur Großansicht
DPA

Demonstration in Warschau: Gegen die PiS, für Walesa

Die Kundgebung wandte sich vor allem gegen die Reformpolitik der alleinregierenden PiS ("Recht und Gerechtigkeit") um den Parteivorsitzenden Jaroslaw Kaczynski, an der international immer wieder Kritik laut wird. An einer weiteren Solidaritätskundgebung in Danzig wolle Walesa selbst aber "nur im Geiste" teilnehmen: "Es ist noch nicht die Zeit für Walesa."

skr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 41 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wir schreiben 2016
kremenchug 28.02.2016
was machte es da für einen Sinn, eine gefälschte Akte von Walesa herauszugeben? Der mag eine Ikone sein, mehr aber auch nicht. In nahezu allen oppositionellen Organisationen der DDR saßen zur Wende STASI Agenten. Sie unternahmen jedoch nichts, um die DDR zu retten. Weshalb eigentlich nicht? Welchen Auftrag hatten sie? Welchen Auftrag hatte Walesa?
2. Fälschung?
willybilly 28.02.2016
Warum sollten die Akten gefälscht sein? Solche Argumente habe ich auch hier von IM gehört nach der Wende. Am Ende stellten sie sich jedoch alle als falsch heraus. Wären die Akten wirklich gefälscht gewesen, hätte man derer sich bestimmt noch zu Sozialismuszeiten bedient um ihn zu schaden. Besser wäre es, wenn er heute dazu stehen würde, so bleibt er erst recht als Spitzel in Erinnerung...
3. Fälschung!!!
sitcom 28.02.2016
Schaut auf die neue polnische Regierung und darauf das Walesa sich negativ über diese Regierung geäußert hat...
4. fälschung
alfons# 28.02.2016
Fälschung ? Da macht es sich Herr Walesa ein bisschen zu einfach wie ich finde.
5. Es gibt Motive für eine Fälschung
saschanoetzel 28.02.2016
Ich würde eine Fälschung nicht gleich abtun. Seine ehemaligen Mitstreiter in der Solidarność (z.B. Lech und Jarosław Kaczyński) Janem mit ihm nich winę Rechnung offen. Zum Einen wollten Sie in den 80ern einen kompromisslosen Umbruch und keine Handel mit dem alten Regime, zum Anderen hat Wałęsa sie bei der Besetzung von wichtigen Regierungsposten einfach übergangen. Außerdem hat Wałęsa unlängst vor dem unversöhnlichen Vorgehen der PiS gewarnt. Dazu kommen noch etliche handwerkliche Fehler bei der Veröffentlichung, so wurden mehrere Dokumente daraus bereits vor Jahren per Gericht zu Fälschungen erklärt! Ein durchschaubares Manöver der Paranoia-PiS.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 312.679 km²

Bevölkerung: 38,419 Mio.

Hauptstadt: Warschau

Staatsoberhaupt:
Andrzej Duda

Regierungschef:
Beata Szydlo

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Polen-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: