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Italiens Lega-Nord-Chef: "Roma-Lager dem Erdboden gleich machen"

Matteo Salvini: Roma sollten Häuser mieten oder kaufen wie andere Italiener auch Zur Großansicht
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Matteo Salvini: Roma sollten Häuser mieten oder kaufen wie andere Italiener auch

Der Chef von Italiens rechtspopulistischer Lega Nord hat Empörung ausgelöst: Er fordert am internationalen Tag der Sinti und Roma, deren Lager mit Bulldozern einzureißen.

Gegen Flüchtlinge hetzt er schon länger, nun wendet sich der Chef der rechtspopulistischen italienischen Partei Lega Nord gegen seine eigenen Landsleute. Matteo Salvini forderte am Mittwoch die Schließung von Roma-Lagern - mit notfalls drastischen Mitteln.

Er würde den Roma sechs Monate Zeit geben, die Lager zu räumen. Und nach dieser Vorwarnung dann Bulldozer in die Lager schicken und sie "dem Erdboden gleich machen", sagte er am Mittwoch, dem internationalen Tag der Sinti und Roma, in einem Interview.

Roma sollten Häuser mieten oder kaufen wie andere Italiener auch, fügte er hinzu. Der 42-jährige Salvini ist seit 2009 Abgeordneter im Europaparlament. Ende 2013 hat er den Parteigründer Umberto Bossi an der Spitze der Lega Nord abgelöst. Er gilt als möglicher neuer Anführer der italienischen Rechten und ist ein bekennender Anhänger der rechtsextremen französischen Politikerin Marine Le Pen.

Anhänger Salvinis spitzen dessen Forderung in Mitteilungen in sozialen Netzwerken noch drastisch zu: Sie forderten, die Lager gleich mit ihren Bewohnern zu zerstören.

Die Sprecherin des Rats der Roma und Sinti, Dijana Pavlovic, reagierte lakonisch auf die Aussage Salvinis: "Nachdem sie uns 30 Jahre lang ausgegrenzt haben, wollen sie nun mit Bulldozern kommen und uns los werden?", fragte sie. "Lasst sie es versuchen."

Laura Boldini, Präsidentin des italienischen Unterhauses, kritisierte die Wortwahl Salvinis. Die Roma-Lager müssten abgeschafft werden, aber es müsse alternative Lösungen geben, sagte sie.

Rund die Hälfte der 170.000 in Italien lebenden Roma sind italienische Staatsbürger mit geregelten Arbeits- und Wohnverhältnissen. Rund 40.000 Roma leben in Lagern, wo sie immer wieder Übergriffen ausgesetzt sind.

sun/AFP

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