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Kontrolle der türkischen Küste: Flüchtlinge weichen auf gefährlichere Routen aus

Eine Videoreportage von Roman Pernack und , Lesbos

Die Türkei überwacht ihre Küste jetzt schärfer - einige Schleuser nutzen deswegen riskantere Routen nach Griechenland. Die Flüchtlinge lassen sich davon nicht abschrecken.

REUTERS

Ein hellgrauer Umriss in der Dunkelheit. Mehr ist da zunächst nicht. Dann hören die Helfer am Strand ersten Jubel. Europa! Geschafft! Ein Schlauchboot mit rund 40 Flüchtlinge treibt auf die Küste von Lesbos zu.

Lesbos - die griechische Insel ist an manchen Stellen nur rund zehn Kilometer von der türkischen Küste entfernt.

Für die Helfer auf der griechischen Seite, darunter viele Rettungsschwimmer, ist es schwer, die Flüchtlingsboote in der Nacht rechtzeitig zu entdecken. Andererseits bietet die Dunkelheit Schutz. Schutz vor den Grenzwächtern.

Elf Tote in der Nacht auf Mittwoch

Denn die Türkei hat jetzt der EU versprochen, die Grenzen schärfer zu bewachen. Um den Patrouillen zu entgehen, starten viele der Boote nachts. Die Temperaturen liegen in diesen Tagen nur knapp über null Grad, die Orientierung fällt schwer. Und immer wieder kentern überladene Boote auf dem Weg zu den griechischen Inseln. Beim Versuch, nach Europa zu gelangen, starben zuletzt in der Nacht auf Mittwoch elf Menschen.

Es sind weiterhin Tausende, die die Überfahrt wagen. Täglich. Die meisten landen auf Lesbos. Das UN-Flüchtlingshilfswerk veröffentlicht Tag für Tag die Zahl der Neuankömmlinge:

UNHCR

Ein deutlicher Rückgang der Flüchtlingszahlen ist trotz der verstärkten Zusammenarbeit von Europäern und Türken - des sogenannten Aktionsplans - noch nicht zu verzeichnen.

Auf Lesbos haben die freiwilligen Helfer bemerkt, dass die Boote neue Routen wählen. Neuerdings kommen vermehrt Flüchtlinge im Süden der Insel an und nehmen damit eine längere Fahrt in Kauf, um unentdeckt zu bleiben. Heißt: Die Überfahrt wird noch gefährlicher.

Sehen Sie hier die Videoreportage über die Ankunft der Flüchtlingsboote bei Nacht.

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