Grenze zu Syrien Libanons Armee verkündet Feuerpause gegen IS-Terroristen

Libanesische Soldaten kämpfen gegen Hunderte IS-Terroristen, die sich an der syrischen Grenze verschanzt haben. Doch jetzt lässt die Armee die Waffen ruhen - sie will verhandeln.

Libanesische Soldaten
AFP

Libanesische Soldaten


Es geht um das Schicksal neun libanesischer Soldaten: Seit 2014 befinden sich die Männer in Gefangenschaft der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Jetzt will die Armee mit den Extremisten über die Freilassung der Geiseln verhandeln - und hat dafür eine Feuerpause an der Grenze zu Syrien verkündet.

In der Region würden die Waffen vorerst ruhen, teilten die Streitkräfte mit. IS-Kämpfer haben sich in einer Enklave auf libanesischem Gebiet verschanzt, ihre Zahl wird auf Hunderte geschätzt.

Die Dschihadisten hatten im August 2014 den Grenzort Aarsal überfallen und mehrere libanesische Soldaten und Polizisten entführt. Schätzungen zufolge haben sich noch immer Hunderte IS-Kämpfer in einer Enklave auf libanesischem Gebiet verschanzt.

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Die Armee will nun den Osten des Landes von der Terrororganisation befreien. Sie hatte deshalb am 19. August eine Großoffensive gegen die Dschihadisten in dem gebirgigen Gebiet gestartet.

Auf der anderen Seite der Grenze griff das syrische Militär Stellungen der Terroristen an. Die Armee wurde dabei von der verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt. Nach eigenen Angaben führte die Offensive dazu, dass die IS-Kämpfer zurückgedrängt wurden und in den Hügeln Zuflucht suchen mussten.

Laut dem Fernsehsender al-Manar vereinbarten auch die Hisbollah und die syrischen Soldaten eine Feuerpause. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht näher genannte Insider berichtet, hatten sich die libanesische Armee und die Hisbollah vor der Vereinbarung der Waffenruhe abgesprochen. Inzwischen hätten die Vermittlungsgespräche zwischen Vertretern des libanesischen Militärs und des IS bereits begonnen.

Es ist durchaus denkbar, dass sich die Islamisten auf einen Deal einlassen. In der Vergangenheit hatte etwa die radikale Nusra-Front einen Gefangenenaustausch mit der libanesischen Regierung vereinbart. Damals kam auch die Ex-Ehefrau von IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi frei.

kev/AFP/Reuters



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