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Libanon-Krieg: Israel gibt Einsatz von Phosphorbomben zu

Menschenrechtsaktivisten haben sowohl Israel als auch der Hisbollah vorgeworfen, im Libanon-Krieg geächtete Waffen eingesetzt zu haben. Jetzt hat die israelische Regierung einem Zeitungsbericht zufolge erstmals den Abwurf von Phosphorbomben zugegeben.

Tel Aviv/Gaza – Der israelische Minister Jaakov Edri habe nach einer entsprechenden Anfrage einer Abgeordneten den Einsatz von Phosphorbomben im Libanon-Krieg bestätigt, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz" heute. "Die israelische Armee hat während des Kriegs gegen die Hisbollah Phosphorgranaten bei Angriffen auf militärische Ziele in offenen Gebieten eingesetzt", sagte Edri dem Bericht zufolge. Israel habe sich bei dem Einsatz der hochgiftigen Waffe aber an das internationale Gesetz gehalten. Edri sagte nicht, welche Ziele genau angegriffen wurden.

Phosphor ist hochgiftig und verursacht bei Menschen schwere und oft tödliche Verbrennungen. Bislang hatte die Regierung in Jerusalem angegeben, solche Bomben nur zur Markierung von Zielen oder Gebieten zu benutzen.

Der libanesische Präsident Émile Lahoud hatte Israel während des Libanon-Kriegs den Einsatz von Phosphorbomben vorgeworfen, nachdem von schweren Verbrennungen bei Zivilisten berichtet worden war. Einige Militärexperten fordern, Phosphorbomben als chemische Waffen einzustufen und generell zu verbieten.

Menschenrechtsaktivisten haben allerdings nicht nur Israel, sondern auch der Hisbollah vorgeworfen, im Libanon-Krieg geächtete Waffen gegen den Gegner eingesetzt zu haben. Laut Human Rights Watch hat die schiitische Miliz Streubomben auf israelische Ziele abgefeuert.

Stundenlange Schießerei in Gaza

Bei einer Demonstration palästinensischer Sicherheitskräfte im Gazastreifen kam es gestern zu einem mehrstündigen Schusswechsel mit bewaffneten Mitgliedern der Hamas. Dabei wurde ein Mensch getötet, drei weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte hatten Gehaltszahlungen gefordert. Laut Augenzeugenberichten versuchten Hamas-Mitglieder, den Protest aufzulösen. Dabei wurde ein Hamas-Mitglied von einem Messerstich verletzt, worauf es zu der mehrstündigen Schießerei kam. Ein Fatah-Aktivist wurde nach Krankenhausangaben tödlich getroffen. Die Kämpfe dauerten die Nacht hindurch an.

har/dpa/AP

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